World wide Running

Premiere im Schwarzwald – Black Forest Ultra Trail Run (BFUTR)

Am 19. September 2026 fand die Erstaustragung des Black Forest Ultra Trail Run in Kirchzarten statt. Ein junges, motiviertes Organisationsteam stellte eine nette Veranstaltung auf die Beine, die mit Distanzen von 19 bis 100 Kilometern kaum Wünsche offenließ. Spontan meldete ich mich am Donnerstag für die 52km Strecke an und reiste am Freitag in den Schwarzwald.

Ein Wochenende im Schwarzwald

Da leider nicht immer alles nach Plan verläuft, hatte ich am Veranstaltungswochenende spontan Zeit. So reiste ich am Freitagnachmittag in Begleitung von Claudia, die als Support dabei war, nach Kirchzarten. Ein (viel zu großer und wenig idyllischer) Campingplatz lag nur wenige Minuten Fußweg vom Veranstaltungsort entfernt. Für uns diente er als Basis für das Wochenende.

Nachdem wir uns eingerichtet und mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, besuchten wir den Veranstaltungsort. In der Sporthalle des Schulzentrums erhielt ich nach dem Check der Pflichtausrüstung meine Startnummer und ein paar kleine Werbegeschenke/-flyer. Im Außenbereich fand eine kleine Expo statt, auf der sich Sponsoren des Events präsentierten. Ferner gab es ein paar Foodtrucks, die für das leibliche Wohl sorgten. Da die Zeit zügig voranschritt, beschlossen wir, bis zum offiziellen, nicht verpflichtenden Race-Briefing vor Ort zu bleiben. Viel neues erfuhren wir dabei nicht (die Kommunikation auf der Website war schon ausführlich genug), aber eine nette Einstimmung auf den Lauf war es allemal.

Raceday

Bereits gegen fünf Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen, denn die Musik und Moderation des Events war auch auf dem Campingplatz gut vernehmbar. Nach Start der 79km und 100km Läufer um 5:30 Uhr kehrte noch einmal kurz Ruhe ein. Doch bereits um sechs Uhr riss mich mein Wecker endgültig aus dem Schlaf.

Ich nahm mir die Zeit für ein kurzes Frühstück und ausreichend Kaffee, um gestärkt in den Tag zu starten. Aufgrund der Nähe zum Start verzichtete ich auf einen Kleiderbeutel und hielt mich lediglich mit einer Jacke warm.

Um 7:30 Uhr ertönte die Startglocke für die rund 200 Teilnehmer des 52km Laufs und wir machten uns unter der Anfeuerung der Zuschauer auf den Weg. Dieser führte uns direkt raus aus dem Ort und bald auch auf schönen Trails zum ersten Anstieg des Tages. Das Feld zog sich schnell auseinander und ich sortierte mich an Rang zwei ein. Nach drei Kilometern und gut 300 Höhenmetern erlaubte eine kurze, flache Passage auf einer Forststraße ein kurzes Durchatmen, bevor der nächste Anstieg mit dreieinhalb Kilometern Länge weitere 400 Meter in die Höhe führte.

Der folgende Abschnitt verlief auf einem Mix aus Forststraßen und Trails leicht wellig in Richtung Feldsee, an dem wir bereits 16 Kilometer hinter uns gebracht hatten. Die nächsten beiden Kilometer ging es sanft bergauf, bevor uns dann ein steiler, teils mit Treppen gespickter Weg auf den Seebuck und schließlich auf den Feldberg führte. Vom höchsten Punkt der Strecke gab es einen kurzen, knackigen Downhill zur Todtnauer Hütte. Kurze Zeit später war Halbzeit des Rennens und ich fragte mich, ob die 33km nicht auch gereicht hätten… Ein teilweise steiler Downhill führte hinunter nach St. Willhelm zur vierten Verpflegungsstelle, an der auch ich zum ersten Mal meine Flaschen mit Getränken auffüllte. Die Sonne hatte sich durchgesetzt und angenehm warme Temperaturen sorgten für erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Es folgte ein weiterer Anstieg gefolgt von einem langen Downhill hinunter nach Oberried. Hier verpasste ich auf einer guten Fortstraße zunächst einen Abzweig und musste die 150 Meter, die ich zu weit gelaufen war, wieder nach oben. Das kostete Zeit und Kraft, doch noch konnte ich mich auf dem zweiten Rang behaupten. Wieder auf dem richtigen Weg führte ein schöner Trail weiter bergab.

Nach der Verpflegung in Oberried wartete die größte Herausforderung des Tages, der steile Aufstieg aufs Rappeneck verlangte die letzten Kraftreserven. Hier hatte der Veranstalter zusammen mit einem Sponsor eine Bergwertung ausgerufen, doch für einen echten Sprint fehlte mir die Energie. Oben angekommen dachte ich, dass es jetzt entspannt zurück ins Tal und Richtung Ziel gehen würde. Doch da hatte ich mich getäuscht, denn der gut sechs Kilometer lange Downhill war technisch sehr anspruchsvoll. Viele Wurzeln, Steine und Richtungswechsel forderten stete Aufmerksamkeit und ließen keine Fehler zu. Als ich das Ende des Trails erreichte, sah ich bei einer Spitzkehre aus dem Augenwinkel, dass der Drittplatzierte inzwischen aufgeholt hatte und nicht mehr weit entfernt war. Ich nahm also die Beine in die Hand und gab auf dem letzten Kilometer nochmal alles. So konnte ich den zweiten Rang verteidigen und lief nach 4:58:18 über die Ziellinie.

Post Race

Dort war ich dann aber echt am Ende. Ich wurde von Claudia empfangen und glücklicherweise auch mit Erfrischungen aus der Zielverpflegung versorgt. Ich brauchte ein paar Minuten, bis ich wieder gehen konnte und wir hielten uns noch eine Zeitlang im Zielbereich auf, bis ich einigermaßen erholte war.

Wir verließen das Eventgelände kurz zum Duschen und Erfrischen auf dem Campingplatz, kehrten aber später zurück, um der Siegerehrung beizuwohnen. Diese fand etwas verzögert gegen 16:15 Uhr statt, da der Veranstalter noch ein paar Zieleinläufe, insbesondere auch die der 100km Sieger, abwarten wollte. Die Zeit nutzten wir, um uns an den Foodtrucks zu versorgen und uns auf der Messe umzusehen.

Nach Abschluss der Siegerehrung für die drei „kurzen“ Distanzen (19km, 33km, 52km) waren wir aber auch bereit zum Rückzug und legten den Rest des Tages die Beine hoch. Die Langstrecken wurden am Abend zum Abschluss des Events geehrt. Zu der Zeit waren wir allerdings schon bereit für die Nachtruhe, da der Tag doch lang und fordernd war.

Fazit

Der Black Forest Ultra Trail Run war eine tolle Veranstaltung. Die Verantwortlichen haben sich viel Mühe gegeben, ein modernes und nachhaltiges Event auf die Beine zu stellen. Die Location war für die sommerlichen Bedingungen gut geeignet (bei Regen sollte man einen Plan B für Expo und Bühne in der Hand haben). Das Rahmenprogramm konnte sich wirklich sehen lassen und die Strecken waren gut gewählt und fordernd. Einzig die Streckenmarkierung war an wenigen Stellen etwas unübersichtlich bzw. spät zu erkennen, da ist für die nächste Austragung noch Luft nach oben.

fb-share-icon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert