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Trillerpfeifentrauma 2.0 – Fränkischer Backyard Ultra 2026

Nach meiner Teilnahme 2025 zog es mich auch Anfang September dieses Jahrs wieder ins Fränkische Lauf an der Pegnitz, um am Fränkischen Backyard Ultra teilzunehmen. Was hinter dem Format steckt, habe ich im Beitrag des Vorjahres kurz zusammengefasst.

Die Vorbereitung

Ein paar Lehren hatte ich aus dem Vorjahr gezogen, als ich eher minimalistisch vorbereitet zur Veranstaltung reiste. Für dieses Jahr hatte ich daher mehr Wechselkleidung für verschiedene Temperaturen, Regenjacken und auch Kleidung für die Pausen dabei. Auch meine eigene Verpflegung fiel umfangreicher aus.

Bewährt hatte sich der Pavillon, der wieder vor Wind und Wetter Schutz bieten sollte. Als echtes Luxusprodukt hatten wir in diesem Jahr Heizstrahler dabei, die durch die kalte Nacht helfen sollten.

Wir hieß für die 2026er Ausgabe Daniel (mit Franzi als Support), Sven, Lars und ich als Teilnehmer. Als Support hatte ich auch in diesem Jahr Claudia an meiner Seite, die sich während des gesamten Rennens um mich kümmerte und die Versorgung sicherstellte.

Am Freitagmittag reiste ich dann nach Lauf an der Pegnitz, wo meine Mitstreiter dankenswerterweise bereits den Aufbau erledigt hatten. In diesem Jahr schienen die Teilnehmer wesentlich besser vorbereitet und organisiert als im Vorjahr und die damals noch groß erscheinende Fläche war zumindest zu Beginn dicht gefüllt.

Ich richtete mich ein, holte meine Startnummer und nach kurzem Austausch mit dem Team folgte schon bald das Briefing, in dem die Veranstalter letzte Hinweise zum Ablauf und den wichtigsten Regeln zusammenfassten.

Pünktlich um 15 Uhr begann das Rennen auf der identischen Strecke des Vorjahres.

Die ersten Runden

Auf die erste Runde machten sich 120 Teilnehmer, entsprechend eng war es zu Beginn. Ich versuchte, es etwas langsamer angehen zu lassen als im Vorjahr, was mir grundsätzlich gelang. Mit ca. 42 Minuten fand ich mich trotzdem wieder im vorderen Bereich des Feldes wieder, blieb diesem Tempo aber zunächst treu.

Nach der Runde blieben also 18 Minuten zur Erholung, Zeit, etwas zu essen und zu trinken. Auf die folgenden Runde nahm ich aufgrund der Temperaturen kohlehydratreiche Getränke mit, was sich gut bewährte.

Meine Rundenzeiten blieben relativ konstant und nach fünf Runden war es Zeit für den ersten Schuhwechsel. Bislang lief es gut und ich fühlte mich wohl mit Tempo und Versorgung.

Dunkelheit, Pizza und Support

Um 20 Uhr begann es zu dämmern und ich beschloss, bereits auf diese Runde eine Stirnlampe mitzunehmen. Die Entscheidung war absolut richtig, denn im Wald waren die Lichtverhältnisse schnell schlecht und ein sicheres Laufen ohne Lampe kaum möglich.

Eine Runde später besuchten uns Markus, Sandra und Franci am Pavillon und hatten Pizza und Kuchen im Gepäck. Eine super Motivation, bevor es endgültig in die lange Nacht ging.

Das Ende der Motivation

Auf der elften Runde zog zunächst ein heftiger Wind auf, der ein fieses Regengebiet mit sich brachte. Der Erste Schauer trat gegen 1:30 Uhr ein und bis ich zurück am Pavillon war, war ich einmal durchnässt.

Ich wechselte in einen Gore-Tex-Schuh und lief fortan in Regenjacke. Der Regen sollte uns fortan mal stärker, mal mäßiger bis 6 Uhr begleiten. Dank Heizstrahler und zwei Regenjacken, die ich im Wechsel trug, konnte ich den Oberkörper einigermaßen trocken halten. Die Temperaturen waren ok, sodass ich in den Runden nicht auskühlte. Die Motivation war trotzdem schnell im Keller und ich hatte eigentlich schon seit 2 Uhr keine Lust mehr.

Gegen 5:43 Uhr beendete ich meine 15. Runde und hatte damit die 100 Kilometermarke überschritten. Ein Lichtblick war die Morgendämmerung und das Ende des Regens zum Start in die 16. Runde. Es war noch kühl doch ich erhoffte, mit Tagesanbruch wieder mehr Spaß am Laufen zu finden.

Neuer Tag – neues Glück (oder auch nicht)

Trotz Tagesanbruch stellte sich zunächst nur eine leichte Besserung meiner Laune ein, zu tief saß offenbar der Frust über die Bedingungen der Nacht. Aufgehellt wurde die Stimmung durch Vera, die, wie im letzten Jahr, einen warmen Kräutertee zum Start in den Tag vorbeibrachte.

Zu dieser Zeit waren bereits überraschend viele Läufer ausgestiegen und es waren keine 15 Teilnehmer mehr dabei. Auch Sven und Lars hatten ihr Rennen bereits beendet. Daniel und ich waren trotz der widrigen Nacht noch dabei und setzten uns das Ziel, 24 Runden und damit 100 Meilen zu erreichen.

In trockener Kleidung und mit frischen Schuhen starteten wir also in den Morgen und es folgten ein paar unspektakuläre Runden, aus denen vor allem der leckere Milchreis zum Frühstück in Erinnerung blieb.

Meine Rundenzeiten bewegte sich noch immer im Niveau um die 42 Minuten, doch langsam wurden die Beine schwerer. Insbesondere das Anlaufen nach den Gehpausen auf der Strecke fiel mir zunehmende schwer, aber noch waren Kopf und Körper stark genug, mich weitermachen zu lassen.

Um 14 Uhr ertönte schließlich der Pfiff zur 24. Runde. Hier standen noch fünf Personen am Start, die die Runde auch alle erfolgreich absolvierten. Ein Läufer kündigte seinen Ausstieg an und so waren wir noch vier. Nach der 25. Runde verließ uns auch die letzte Teilnehmerin, die es damit auf beachtliche 169 Kilometer brachte.

Vor dem Start zu Runde 26 kündigte Daniel an, dass dies seine letzte Runde sein wird. Auf der Runde reifte in mir der Entschluss, dass es auch meine letzte Runde sein soll. Daher nahm ich zum Ende etwas Tempo raus und ließ Daniel aufschließen, sodass wir gemeinsam über die Ziellinie laufen und das Rennen beenden können. So standen für uns beide je gut 175 Kilometer und 2.600 Höhenmeter auf der Uhr.

Post Race

Nach unserem Ausscheiden musste der verbliebene Läufer lediglich noch eine Runde absolvieren und sicherte sich den Sieg nach 181 Kilometern.

Wir versorgten uns noch einmal und nach einer kurzen Pause begann der härteste Teil des Tages, das Aufräumen und Abbauen des Lagers. Dankenswerterweise waren Claudia und Franzi als loyale Supporterinnen noch vor Ort und nahmen uns einen Großteil der Arbeit ab.

Als Erinnerungsstück bleibt auch in diesem Jahr das Foto der Pinnwand und eine Trillerpfeife als Medaille…

Fazit

Der Fränkische Backyard Ultra 2026 war eine körperliche und vor allem mentale Herausforderung. Das Wetter in der Nacht hat mich extrem runtergezogen und gefühlt habe ich mich nicht mehr richtig davon erholt. Am Ende bin ich sehr glücklich darüber, das Vorjahresergebnis trotzdem überboten zu haben und der mentalen Herausforderung gewachsen gewesen zu sein.

Die Organisation und die angebotene Versorgung sowie die abwechslungsreiche Strecke ließen erneut kaum Wünsche offen.

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen recht herzlich bedanken, die zum Support vor Ort waren (egal wie kurz oder lang) und uns moralisch oder mit kleinen und großen Leckereien versorgt haben. Ebenso geht ein Dank an alle Beteiligten, die für den Pavillon und die Einrichtung sorgten.

Herzlichen Glückwunsch an Daniel, der, unterstützt von Franzi, ein hervorragendes Ergebnis erzielte.

Und nicht zuletzt geht der größte Dank auch in diesem Jahr an Claudia, die sich während des gesamten Rennens um mich gekümmert hat, dafür sorgte, dass die Flask immer gefüllt waren, mich zum Essen zwang und auch während meiner Downs immer für mich da war.

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