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Teamausflug in die goldene Stadt – Prag Halbmarathon 2026

Seit 1999 lockt der Prag Halbmarathon laufbegeisterte aus aller Welt in die tschechische Hauptstadt. 2026 fand der Lauf am 28. März statt und bot den perfekten Rahmen für einen Teamausflug.

Auf in die goldene Stadt

Da der Wettkampftag für den Prag Halbmarathon ein Samstag war, machte ich mich bereits am Freitag auf den Weg in die goldene Stadt. Die Anreise mit der Bahn aus Bayreuth verlief überraschend problemlos und so erreichte ich mein Reiseziel am frühen Nachmittag. Nach dem Check-in im Hotel stand der Besuch auf der Expo auf dem Programm. Als ich dort ankam, stand bereits eine lange Schlange vor dem Eingang und ein Mitarbeiter wies mit dem Megafon darauf hin, dass die Besucheranzahl in der Messehalle aus Sicherheitsgründen begrenzt sei und die Gäste in Blöcken eingelassen werden. Es sei mit einer Wartezeit von ca. 45 Minuten zu rechnen. Also hieß es Geduld aufbringen und abwarten. Die vorhergesagte Wartezeit stimmte in etwa und als ich die Messe endlich betreten hatte, folgte das zweite Anstehen bei der Ausgabe der Startnummern. Hier verbrachte ich ebenfalls eine gute halbe Stunde in der Schlange. Für einen so erfahrenen Veranstalter ist dies Vorstellung absolut erschreckend. Offenbar konnte die ursprüngliche Örtlichkeit der Expo aufgrund von Bauarbeiten in diesem Jahr nicht genutzt werden und so musste der Veranstalter ausweichen. Für die vielen Teilnehmer war das jedoch eine Zumutung und ich hoffe sehr, dass Lehren daraus gezogen werden.

Nach Verlassen der Halle passierte ich erneut die (inzwischen noch längere) Schlange und traf hier auf den Rest des Teams, der inzwischen eingetroffen war und dem die Geduldsprobe noch bevorstand. Wir tauschten uns kurz aus und verabredeten uns zum Abendessen, bevor ich den Rückweg zum Hotel antrat.

Raceday Prag Halbmarathon

Kurze Wege und eine Startzeit von 10 Uhr führten dazu, dass ich am Wettkampftag ausschlafen konnte. Der Tag begann mit einem guten Frühstück und dem halbstündigen Fußweg zum Eventgelände. Hier nutzte ich die Umkleidezelte, um mich fertig zu machen, bevor ich meine Wechselkleidung abgab. Das Ganze war wirklich gut organisiert und lief sehr flüssig ab.

Der Weg führte mich weiter in die Startaufstellung, vorbei an zahlreichen Entsorgungsmöglichkeiten. Lange Wartezeiten oder Chaos wie in Rom die Woche zuvor blieben hier erfreulicherweise aus. Das Areal bot auch noch genügend freie Fläche für ein kurzes Warm-Up vor dem Rennen. Anschließend ging es dann in den Startblock.

Mein Prag Halbmarathon

Pünktlich um 10 Uhr ertönte der Startschuss und die 17.000 Teilnehmenden machten sich auf die 21,1 Kilometer, die hauptsächlich entlang der Moldau, aber auch kurz durch die Innenstadt führten.

Die Strecke war auf den ersten Kilometer leider etwas eng, doch da ich mich im Startblock offenbar gut einsortiert hatte, fand ich nach kurzer Zeit in einen guten Laufrhythmus. Im weiteren Verlauf wurde die Strecke breiter und das Feld entzerrte sich entsprechend, Straßenbahngleise und Kopfsteinpflaster erforderten aber weiterhin Aufmerksamkeit.

Bis zum ersten Wendepunkt der Strecke nach 7,5 Kilometern hatten wir die Moldau bereits zweimal überquert und sind an der berühmten Karlsbrücke vorbeigelaufen. Ich befand mich zu dieser Zeit in einer kleinen Gruppe und gemeinsam kamen wir gut voran. Nach zehn Kilometern überquerten wir die Moldau erneut und nach einer weiteren out-and-back Passage bogen wir dann schließlich Richtung Innenstadt ab. Hier passierten wir weitere touristische Highlights, das unebene Kopfsteinpflaster forderte aber erneut erhöhte Aufmerksamkeit von den Läufern.

Bei Kilometer 15 fanden wir uns schließlich wieder am Flussufer ein und liefen zunächst gen Osten, bevor wir zwei Kilometer vor Schluss die Moldau ein letztes Mal überquerten. Die Stelle war verbunden mit einem letzten, gefühlt knackigen, Anstieg auf einer insgesamt welligen Strecke (Germin zeichnete immerhin knapp 100 Höhenmeter auf).

Für mich lief das gesamte Rennen gut, ich konnte ein gleichmäßiges Tempo bis zum Ende halten und erreichte das Ziel nach 1:15:37.

Post Race

Im Zielbereich erhielten die Teilnehmer ihre wohlverdiente Finisher Medaille, gefolgt von der Zielverpflegung. Diese war, wie die Verpflegung auf dem gesamten Kurs, sehr gut.

Ich begab mich im Anschluss direkt zur Kleiderausgabe und nutzte erneut die Umkleidezelte, um warme und trockene Kleidung anzuziehen. Gleichwohl objektiv perfekte Laufbedingungen herrschten hätte ich mich über ein paar Grad mehr gefreut und wäre vermutlich nicht so schnell ausgekühlt.

Auch die Teamkollegen sind alle gut ins Ziel gekommen und wir verweilten noch etwas auf der sonnigen Veranstaltungsfläche. Der Nachmittag stand dann im Zeichen des Sightseeings, ein Spaziergang durch die historische Stadt und der Verzehr lokaler Köstlichkeiten (Stichwort Baumstriezel) stand dabei ganz oben auf der Liste.

Fazit

Der Prag Marathon war, ähnlich, wie der Marathon 2019, eine tolle Veranstaltung, der abgesehen von der negativen Expo Erfahrung (hoffentlich eine Ausnahme wegen der Bauarbeiten) bedenkenlos zu empfehlen ist. Die Streckenführung ist gelungen, die Versorgung gut und das Start- / Zielgelände großzügig und durchdacht aufgebaut.
Ich schließe nicht aus, dass ich mal wiederkomme…

 

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