World wide running by Enrico

Höhen und Tiefen bei der Challenge Roth 2019…

Challenge Roth 2019

Die Challenge Roth ist das Highlight für jeden Triathleten. Nach der Staffel 2015 und den Einzelstarts 2016 und 2017 wollten wir in diesem Jahr lediglich als Support anwesend sein. Als ein Lauffreund seine Teilnahme als Staffelläufer aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, sprang ich kurzfristig für ihn ein.

Auf ins Triathlon-Mekka Frankens

Am Samstag machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz Hilpoltstein, da dieser direkt am Schwimmstart liegt. Schließlich wollten wir am Sonntag vom ersten Moment an dabei sein, wenn sich die Profiathleten 06:30 Uhr ins Wasser stürzen.

Wir erreichten den Campingplatz gegen 12 Uhr, mussten aber feststellen, dass die Zufahrt aufgrund des Bike-Check-In von 11 – 16 Uhr gesperrt war. Leider wurde das im Vorfeld nicht kommuniziert, sodass viele erstaunte Camper ratlos da standen.
Letztendlich konnten wir den Platz über einen Schleichweg befahren, aber es ist wünschenswert, dass der Veranstalter da an einer Lösung arbeitet…

Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten, machten wir uns mit dem Rad auf den Weg zum Finisher Park im 10km entfernten Roth.

Expo

Die Expo der Challenge Roth findet im Finisher Park statt. Bereits am Freitagabend gibt es eine große Pasta Party und zur weiteren Einstimmung gibt es am Samstagvormittag einen 5k Women Run. Allerdings haben wir diese Events aus logistischen Gründen ausgelassen.
Auch um die Abholung der Startunterlagen, die hier ausgegeben wurden, musste ich mich in diesem Jahr nicht kümmern, denn die wurden bereits von unserem Staffel Radfahrer abgeholt.

Als wir den Park erreichten, war das Messetreiben bereits im vollen Gange. Unzählige Aussteller aus der Branche zeigten ihre neuesten und etablierten Produkte und warben um die Gunst der Besucher. Auch wir konnten natürlich nicht widerstehen und erstanden ein paar tolle neue Stücke… 🙂
Nach dem shoppen kehrten wir noch kurz im Biergarten ein und machten uns nach gut 3h Messe wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz. Auf dem Weg dorthin kamen uns einige unsere Mitstreiter entgegen, die nun auch alle angereist waren. Auch sie waren auf dem Weg zur Messe und so verabredeten wir uns auf ein gemeinsames Essen später am Abend.

Pre-Race-Evening

Nach unserer Rückkehr zum Campingplatz standen wir vor der Entscheidung, ob wir noch kurz zum Baden zum nahe gelegenen Rothsee fahren, oder lediglich die Dusche des nächsten Fitnessstudios nutzen wollen. Letztendlich reichte unsere Energie nur noch für den Weg zur Dusche. Netterweise bietet der Betreiber den Besuchern des Campingplatzes an diesem Wochenende die Nutzung der Duschen für 3€ an, ein faires Angebot.

Erfrischt genossen wir noch etwas die Sonne und machten uns dann gegen 19 Uhr auf den Weg zum vereinbarten Lokal für den Abend. Leider konnten wir mit unserer 16-köpfigen Gruppe nicht mehr draußen sitzen, aber immerhin hatten sie genügend Platz, uns drinnen eine Tafel zusammen zu schieben.
Das Essen und die Stimmung waren gut, doch da wir früh aufstehen mussten, blieben wir nicht allzu lang hier.

Zurück am Campingplatz trafen wir letzte Vorbereitungen für den Wettkampftag und ließen den Tag ruhig ausklingen.

Raceday

Einen Wecker mussten wir uns nicht stellen, denn traditionell beginnt der Tag mit dem sanften einspielen von Musik, die nach und nach über den gesamten Campingplatz zu hören ist. Unser Plan war, 06:30 Uhr den Schwimmstart der Profis zu sehen. Leider setzte gegen 6 Uhr ein teils starker Regenschauer ein. Ich entschied mich daher, lieber noch etwas liegen zu bleiben… Annika machte sich trotz der äußeren Bedingungen für eine halbe Stunde auf den Weg zum Start.

Der Regen ließ zum Glück bald nach und so begab sich unsere Gruppe dann auch gemeinsam zum Start der Staffeln (wir stellten insgesamt 3).
Die Schwimmer wurden dann auch schnell verabschiedet und der Rest von uns hielt sich dann im Bereich der Wechselzone und des Radstarts auf, um die ausfahrenden Athleten anzufeuern.

Unsere Schwimmer waren ca. 1:10h – 1:25h unterwegs und übergaben dann an die Radfahrer. Diese wurden noch mit motivierenden Worten von uns auf die Strecke geschickt, bevor wir zurück ins Camp gingen.
Leider folgte bald die negative Nachricht, dass einer unserer Radler bereits nach wenigen Kilometern einen technischen Defekt hatte. Seine elektronische Schaltung hatte mehrere Kabelbrüche erlitten und war nicht zu reparieren. Für ihn war das Rennen damit beendet. Diese Staffel war damit aus der Wertung, aber immerhin hatte der Läufer dennoch die Möglichkeit, den Marathon zu absolvieren.

Das Highlight der Challenge Roth – Solarer Berg

Unsere nächste Station war das Highlight der Strecke überhaupt – der Solarer Berg. Dieser ist der absolute Zuschauermagnet und sicher einer der Gründe, warum die Challenge Roth so eine große Anziehungskraft auf Triathleten aus aller Welt hat.

Mit dem Rad erreichten wir den Berg nach wenigen Minuten und erwartungsgemäß war die Stimmung überragend. Wir suchten uns einen Platz in der Menge und feuerten die Athleten kräftig an.
Nachdem unsere Staffel Radfahrer das erste Mal hier vorbei kamen, ging es für Annika und mich gegen 13 Uhr mit dem Rad weiter Richtung Roth zur Wechselzone. Das sollte mein Startpunkt gegen 15:40 Uhr sein.

Der Schreckmoment

Auf dem ca. 10km langen Weg passierte dann das Unglück. Durch eine kleine Unachtsamkeit stürzte ich mit dem Rad über eine Gehwegkante und landete unglücklich auf dem linken Arm. Ein tiefer und stechender Schmerz durchzog meinen Körper und auch der Kreislauf fühlte sich für einen Moment schwach an. Also blieb ich zunächst mal sitzen. Viele umstehende Menschen, die den Sturz beobachteten, eilten zur Hilfe und informierten einen Rettungsdienst, der zufällig in der Nähe war.

Nachdem der erste Schock überwunden war, wurde ich vom Doc untersucht. Schwerpunkt war natürlich der Arm. Nach einigen Tests war die Diagnose, dass er zunächst nicht von einem Bruch ausgeht und eher eine starke Prellung vermutete. Um sicher zu gehen, empfahl er jedoch, den Arm röntgen zu lassen. Abgesehen von ein paar Schürfwunden am Knie waren dann auch keine weiteren Verletzungen zu erkennen. Aus Sicht des Arztes sprach nichts dagegen, den geplanten Lauf zu starten. Er gab mir noch ein Kühlpack gegen die Schwellung und desinfizierte das Knie. Daraufhin wurde ich von ihm entlassen.
Da ich die Staffel nicht im Stich lassen wollte, entschloss ich mich, weiter zur Wechselzone zu fahren und zu schauen, ob ein Start zum Marathon möglich ist.

Auf dem Weg zur Wechselzone passierten wir die Laufstrecke mehrfach und bei km 41 trafen wir zufällig auf den späteren Sieger, Andreas Dreitz, der seinen letzten Kilometer in Angriff nahm. Starke Leistung und Glückwunsch zum Sieg an dieser Stelle.

Kurz darauf erreichten wir auch die Wechselzone. Da es durch den Sturz bereits recht spät war, zog ich mich schnell um (bzw. ließ mich umziehen…), verabschiedete mich von Annika und ging zu meinen Startbereich.
In der Wechselzone erfuhr ich, dass mein Radfahrer in ca. 35 Minuten ankommen würde. Also setzte ich mich noch kurz und versuchte, etwas Ruhe zu finden.

Mein Lauf

Gegen 15:45 Uhr erreichte Sven die Wechselzone. Ich sah ihn früh, rief ihn zu mir, übernahm den Chip und machte mich auf den Weg.
Die ersten Schritte waren schmerzhaft, ich spürte die Erschütterungen in der verletzten Hand. Nach gut 100 Metern legte sich das jedoch und ich konnte mich aufs Laufen konzentrieren.

Die Laufstrecke war die dritte Version, die ich hier gelaufen bin und ich fand sie recht angenehm zu laufen. Zunächst geht es zum Kanal, an dem man ca. 20km unterwegs ist. Anschließend läuft man zurück nach Roth, durch die Innenstadt und raus Richtung Büchenbach. Das ist zugleich der härteste Teil der Strecke, hier geht es gut 2km teilweise steil bergauf. Nach der Wende geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Roth und hier über den Markt direkt zum Triathlon Stadion.

Kurz vor dem Einlauf ins Stadion warteten meine Mitstreiter Margarita und Sven auf mich. Zusammen liefen wir die letzten Meter im Stadion bis zur Ziellinie. Ich konnte den Marathon in 2:50:28 beenden und so kamen wir auf eine Gesamtzeit von 09:33:16. Damit belegten wir Platz 28 in der Mixed Wertung, ein Ergebnis, mit dem wir durchaus zufrieden sind.

Post-Race

Im Stadion warteten bereits unsere Supporter auf den Zuschauerrängen und begrüßten uns großartig, als wir einliefen.
Dann gab es im Ziel die Medaillen und Finisher Shirts. Anschließend mussten wir uns allerdings trennen, da nur der Läufer Zutritt zur Endverpflegung hat (die anderen Teilnehmer erhalten ihre Verpflegung in den jeweiligen Wechselzonen).

Die Zielversorgung war wie immer äußerst großzügig und umfangreich, hier war für jeden Geschmack was dabei. Nach einer ersten Erfrischung wollte ich jedoch zunächst duschen. Hier muss ich leider Kritik üben. Nach Empfang des Kleiderbeutels sah ich gleich, dass es wohl länger dauern würde. Trotz vier Duschcontainern bildeten sich lange Schlangen und ich musste gut 20 Minuten anstehen, bis ich dran war. Immerhin war das Wasser warm und der Druck ausreichend stark.
Als ich endlich durch war, schaute ich nochmal bei der Verpflegung vorbei und verließ anschließend das Zielgelände.

Draußen traf ich mich mit Annika und den anderen aus der Gruppe. Grundsätzlich war der Plan, bis zum Abschlussfeuerwerk im Stadion zu bleiben. Doch aufgrund des langen Tages und der negativen Vorfälle beschlossen wir, mit dem Shuttlebus zurück zum Campingplatz zu fahren und zeitnah den Heimweg anzutreten.

Mit der Zeit spürte ich auch den Schmerz in der Hand immer mehr und es stand für mich fest, dass ich das am Montag noch näher untersuchen lassen muss.
(Das Ergebnis war leider, dass der Knochen gebrochen ist und ich min. 4-6 Wochen Sportpause machen muss)

Fazit

Die Challenge Roth ist und bleibt das Triathlon Highlight in Deutschland. Perfekte Organisation, super motivierte Helfer und eine Region, die komplett hinter dem Event steht machen es jedes Jahr wieder zu einem besonderen Erlebnis.
Für uns gab es leider ein paar Rückschläge in diesem Jahr, die den Gesamteindruck etwas trüben.

Trotzdem ist die Challenge Roth objektiv jedem Triathleten ans Herz zu legen. Auch als Zuschauer oder Helfer ist es ein ganz besonderes Event.

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