World wide running by Enrico

BMO Vancouver Marathon 2018

„Vancouver – Spectacular by Nature“ wirbt die offizielle Tourismus Homepage der kanadischen Stadt im Westen des Landes.

Da ich auch schon von Freunden viel Positives über die Region gehört habe, wurde es höchste Zeit, dass ich mir selbst ein Bild davon machte. Jährlich am ersten Sonntag im Mai findet hier der BMO Vancouver Marathon statt und so bot es sich natürlich an, dieses Wochenende in die Reise einzubauen und die Stadt gleich noch zu laufend zu erkunden.

Unglücklicherweise war ich vom Reisezeitraum terminlich eingeschränkt und musste den Trip daher mit dem Sightseeing Part beginnen. Der Wettkampftag war leider auch mein letzter Urlaubstag und ich musste noch am Abend zurückfliegen. Das ist für eine Region, die so viele Möglichkeiten zum Wandern und auch sonst im Outdoor Bereich bietet, nicht ideal, aber ich habe einen guten Mittelweg gefunden.

Vor dem Lauf

Die Anmeldung zum Lauf war bis zum Tag vor dem Wettkampf über die offizielle Homepage möglich. Selbst Nachmeldungen auf der Expo wurden akzeptiert. Dabei hatte man die Wahl zwischen Marathon, Marathonstaffel (4 Läufer), Halbmarathon oder 8k Lauf. Inklusive des Kids Run sprach der Veranstalter von einer Rekordteilnehmerzahl von über 17.000 gemeldeten Athleten, von denen knapp 4.900 den Marathon in Angriff nahmen.

Die Messe begann bereits am Donnerstag, so hatte man drei Tage Zeit, seine Unterlagen abzuholen. Ich besuchte die Messe auch gleich am ersten Tag, musste leider am Eingang etwas anstehen, dann ging aber alles relativ zügig voran. Neben der Startnummer gab es einen Kleiderbeutel und ein Teilnehmershirt (leider in langweiligen grau).

Auf der Messe gab es das übliche Angebot an Artikeln für Läufer (Kleidung, Schuhe, Elektronik, Nahrung…), leider ohne lohnenswerte Rabatte. Ebenso wurde die offizielle Eventkollektion angeboten. Die Restbestände davon wurden im Ziel übrigens mit Rabatten von über 50% verkauft.

Raceday

Der Start für die Hauptläufe fand im Queen Elizabeth Park statt, der Halbmarathon startete 07:00 Uhr, der Marathon und die Staffeln um 08:30 Uhr.

Meine Unterkunft lag nur wenige Minuten vom Park entfernt und so konnte ich zu Fuß zum Start gehen. Der Startbereich war übersichtlich aufgebaut, es gab genügend Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und der Veranstalter organisierte den Transport der Wechselkleidung vom Start zum Zielbereich in Downtown.

Die Startaufstellung erfolgte in Blöcken nach angestrebter Laufzeit. In meinem Bereich hat das auch ganz gut funktioniert und auch beim Start blieben Drängeleien aus und es hatte jeder genug Platz, seine Linie zu finden.

Die Strecke war abwechslungsreich, aber insbesonders auf den ersten 20km ging es reichlich auf und ab. Am Ende hatte ich über 250 Höhenmeter auf der Uhr stehen. Unterwegs gab es jede Menge Versorgungsstationen mit Wasser und NUUN Elektrolyte Getränken. Zum Ende hin wurden auch Gels und Bananen gereicht. Insgesamt eine sehr gute Mischung.

Höhen und Tiefen

Ich fühlte mich von Beginn an relativ gut und konnte mit einem guten Tempo starten. Leider zog sich das Feld schnell auseinander, sodass ich schon nach wenigen Kilometern allein unterwegs war. Damit kam ich aber gut zurecht und ich konnte mich auf meinen eigenen Lauf und die tolle Strecke konzentrieren. Nach ca. 15km machte sich leider mein Magen bemerkbar und ich musste dann auch einen Stop auf dem Dixi einlegen. Dies warf mich zwar zunächst aus dem Rhythmus, aber ich fand relativ schnell zurück in mein Tempo.

Einen mentalen Tiefpunkt hatte ich nach ca. 20km, ich fühlte mich hier relativ schwach und zweifelte daran, das Tempo aufrechterhalten zu können. Allerdings folgten hier ein paar gut besuchte Abschnitte und die motivierenden Zusprüche von außen ließen die Schwäche schnell vergessen. Zusätzlich half sicher auch ein koffeinhaltiges Gel, welches ich zu mir nahm 😉

Nachdem es über die Burrand Bridge und auf die anschließende ca. 10km lange Runde um den Stanley Park ging fühlte ich mich wieder fit und konnte zum Ende nochmal etwas Tempo aufnehmen. Die Aussicht hier war wirklich toll und zudem konnte ich hier auch noch einige andere Teilnehmer überholen. Dieser Motivationsschub hielt dann bis zum Ende des Rennens an.

Der Zieleinlauf in Downtown erfolgte auf der Pender Street, wobei sich die Zielgerade trotz guter Stimmung etwas lang hinzuziehen schien. Die Uhr stoppte für mich nach 2:44:44, das reichte in der Gesamtwertung für Rang 10 (9. bei den Männern, 5. in der AK30).

Post Race

Nach Überquerung der Ziellinie erhielt ich die Finisher Medaille und es ging zur Zielverpflegung. Auch hier wurde reichlich Wasser (bei den Temperaturen super wichtig!!!) und Elektrolyte Getränke gereicht. Ich fand die Getränke von NUUN übrigens eine super Abwechslung zu dem, was sonst überall geboten wird. Weiterhin gab es Obst, Sandwiches und Snacks.

Die folgende Ausgabe der Kleiderbeutel war super organisiert und es gab sogar Umkleidezelte für die Teilnehmer.

Das Post Race Street Festival lud zum Verweilen nach Verlassen des unmittelbaren Zielbereichs ein. Hier wurde einiges an Unterhaltung geboten. Mein absoluter Favorit war der McCafé Truck, an dem es Gratis Kaffee für die Teilnehmer gab. Genau so stelle ich mir eine Belohnung nach dem Lauf vor. 🙂

Unweit des Zielbereichs lag das Convention Center. Dies ist direkt am Wasser gelegen und bietet einen tollen Ausblick auf die Gegenüberliegenden Berggipfel. Ein guter Ort, um noch etwas zu entspannen und einen Kaffee zu genießen.

Fazit

Der Vancouver Marathon ist einer der schönsten, die ich bisher gelaufen bin. Neben der abwechslungsreichen und sehenswerten Strecke bietet die Veranstaltung auch ein gelungenes Gesamtpaket für die Läufer. Die Schönheit der Stadt und Region lädt zudem zu einem längeren Aufenthalt auch neben dem Marathon ein.

 

Meine Reisehighlights

Grouse Mountain

Der Grouse Mountain liegt etwa 15km von Downtown Vancouver entfernt und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in ca. 45 Minuten erreichbar.

Neben der offensichtlichen Bergbahn hat man die Möglichkeit, die Bergstation über den Grouse Grind Trail zu erreichen. Hier geht es auf 2,8km Strecke ca. 850 Meter nach oben. Der Aufstieg ist anspruchsvoll und verlangt eine gute Kondition. Wer die Herausforderung sucht, kann seine Zeit messen lassen und sich mit anderen vergleichen. Der Rekord liegt bei ca. 23 Minuten, die meisten Menschen werden aber eher zwischen 60 und 90 Minuten benötigen.

Oben angekommen wird man mit einem tollen Ausblick über Vancouver und die Umgebung belohnt. Von der Bergstation aus hat man die Möglichkeit für weitere Aktivitäten wie (Schneeschuh-) Wandern, Ski fahren oder Snowboarden. Selbst im Mai, bei Temperaturen um die 15 Grad, herrschten hier noch gute Wintersportbedingungen.

Der Abstieg über den Trail ist übrigens nicht gestattet und so blieb nur der Weg über die Bergbahn, von der aus ich erneut die tolle Aussicht genießen konnte.

Lynn Canyon

Der Lynn Canyon liegt etwa 20km Nordöstlich von Downtown Vancouver und ist ebenfalls mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Direkt nach dem Eingang des Parks erwartet die Besucher die Lynn Canyon Suspension Bridge. Diese führt über den Canyon und bietet eine gute Aussicht auf den nahe gelegenen Wasserfall.

Der Park verfügt über ein ausgedehntes Trailsystem, das über den Lynn Headwaters Park über eine Verbindung bis zum Grouse Mountain verfügt. Die Trails sind gut ausgeschildert und lassen sich sehr gut laufen. Ich war hier auch mehrere Stunden unterwegs und genoss die tolle Landschaft und die Ruhe in einigen der abgelegenen Teilstücke. Auf den Haupt Trails wird es schnell voll und es empfiehlt sich eine möglichst frühe Anreise, wenn man den großen Besucheransturm vermeiden will.

Cleveland Dam

Auch der Staudamm ist gut und schnell mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und wartet mit einem guten Trail System auf. Dieses ist allerdings wesentlich überschaubarer als das am Lynn Canyon, bietet aber ebenfalls tolle Wege durch die umliegenden Wälder. Es gibt hier eine Verbindung zum Capilano Suspension Bridge Park, ein weiterer Besuchermagnet, der aber oft überlaufen ist.

Erwähnenswert ist hier insbesondere der Ausblick vom Damm auf die Berge hinter dem Stausee, sehr sehenswert!

Vancouver

Die Innenstadt von Vancouver bietet natürlich auch jede Menge Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Weit verbreitet sind Bike Rentals für Ausflüge in den Stanley Park, aber es gibt auch ein großes Angebot an Wassersportaktivitäten und Rundflügen mit Helikoptern oder Wasserflugzeugen.

Wer gern aktiv ist, für den bietet sich der Stanley Park auch zum Laufen an. Die Seawall führt einmal um den Park herum und belohnt mit einer tollen Aussicht.

Kulinarisch gibt es in Vancouver für jeden was, tolle Restaurants zu fairen Preisen finden sich an fast jeder Ecke. Höhepunkt ist dabei jedoch der Granville Market, ein Food Market auf Granville Island, der jede Menge Vielfalt bietet und die Besucher oft mit einem Unterhaltungsprogramm auf dem Platz vor der Halle bei Laune hält.

Reisefazit

Die gesamte Reise nach Vancouver ist meinen Erwartungen voll gerecht geworden. Natürlich hatte ich Glück mit dem Wetter, 6 Tage Sonnenschein sind hier keine Selbstverständlichkeit. Doch auch alles andere passte gut zusammen. Viele Outdoor Aktivitäten, eine tolle und saubere Innenstadt und überall total nette und hilfsbereit Mitmenschen. Diese Mischung macht das besondere Flair der Stadt aus und ich kann die positiven Eindrücke, von denen mir im Vorfeld berichtet wurde, nur bestätigen.

Ich werde sicher irgendwann wiederkommen!!!

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