World wide running by Enrico

Fletcher’s Cove Parkrun

Ein kostenloser 5k Lauf mit Zeitmessung, der jeden Samstag nur 1km von meiner Wohnung entfernt stattfindet? Das klingt super – und das war es auch bei jeder Teilnahme.

Fletcher’s Cove Parkrun

Die Rede ist vom Fletcher’s Cove Parkrun, der wöchentlich an Fletcher’s Cove Boathouse am C&O Canal in Washington DC stattfindet. Der Lauf ist, wie alle Läufe der Serie (siehe unten), kostenlos und für jedermann zugänglich.

Startunterlagen gibt es keine, ebenso wenig eine Startnummer, irgendwelche Goodies oder eine Medaille nach dem Lauf. Die Zeitmessung erfolgt über einen persönlich zugewiesenen Barcode. Diesen erhält man nach einmaliger Registrierung auf der Website (auch dazu später mehr).

Start zum Lauf ist immer samstags um 09:00 Uhr. Vor jedem Lauf gibt es ein kurzes Briefing des Renndirektors, der die Regeln erklärt (Streckenverlauf, Rücksichtnahme auf andere, Zeitnahme), Erstteilnehmer begrüßt, einen Dank an die freiwilligen Helfer ausspricht und dann zur Startaufstellung aufruft.

Danach geht es auch gleich los, Startaufstellung auf dem Trail, Countdown und Startschuss. Zunächst 2,5km Richtung Westen und dann den gleichen Weg wieder zurück. Die Strecke ist hier nicht abgesperrt und man muss sie sich mit anderen Nutzern teilen, aber das klappt eigentlich immer problemlos. Ebenso ist die Strecke nicht offiziell vermesse, die Distanz von 5k passt aber trotzdem eigentlich immer ziemlich genau.
Im Schnitt gehen ca. 60 Läufer an den Start, aber es gibt auch starke Ausschläge nach oben (über 120) und unten (20).

Zielverpflegung gibt es nicht, dafür gibt es im Eventbereich aber einen Trinkbrunnen sowie einen Kiosk, bei dem man sich im Bedarfsfall versorgen kann.
Das schönste am Event waren immer die vielen netten Leute die man vor, während und nach dem Lauf getroffen und kennengelernt hat. Ein Brauch ist die gemeinsame Einkehr in ein Café nach dem Lauf. Seitdem vor kurzem unweit des Eventgeländes das „Black Coffee“ geöffnet hat, setzt man sich hier auf einen Post-Run Kaffee oder ein gemeinsames Frühstück zusammen und kann das vergangene Event auswerten oder sich einfach nur über seine (Lauf-)Erfahrungen austauschen. Wie eingangs erwähnt ist die Atmosphäre besonders freundschaftlich und familiär und ich habe mich gleich nach der ersten Teilnahme gut aufgenommen gefühlt.

Parkrun – Hintergrundinfos

Parkrun ist letztendlich nicht nur ein Lauf, sondern eine ganze Serie von Läufen, die inzwischen in 19 Ländern weltweit stattfindet (Stand:06/2018). Gemeinsam haben alle Läufe, dass sie wöchentlich stattfinden (es gibt wenige Ausnahmen, bei denen das z.B. Klimatisch nicht möglich ist) und über eine Distanz von 5k gehen.

Den Ursprung nahm die Serie bereits im Jahr 2004 in Großbritannien (Bushy Parkrun). Zunächst entstanden weitere Läufe innerhalb Großbritanniens, bevor 2009 der erste internationale Parkrun in Dänemark stattfand.

Nach und nach breitete sich die Serie dann international aus und aktuell gibt es weltweit über 1.000 Locations, in denen Parkruns stattfinden. Die meisten (über 500) natürlich immer noch in Großbritannien. Weltweit gibt es bereits über 4,5 Millionen Läufer, die sich auf der Parkrun Website registriert haben.

Seit 2017 gibt es auch einige Parkruns in Deutschland (inzwischen 7, Stand 06/2018). Die Austragungsorte findet ihr auf den jeweiligen Länderwebseiten von Parkrun.

Die Organisation ist weiterhin bestrebt zu wachsen, falls also einer meiner Leser interessiert ist, selbst ein Event zu organisieren, gibt es Infos und Ansprechpartner dazu auf der Parkrun Website zu finden. Ich fände es natürlich toll, so ein Event in Bayreuth oder Umgebung zu haben 😉

Zeitmessung

Um an einem Parkrun teilnehmen zu können, muss man sich einmalig auf der Website registrieren. Dabei bekommt man einen Barcode zugewiesen, der fortan für alle Events weltweit genutzt werden kann. Diesen Barcode muss man bei der Teilnahme dabei haben, sonst erfolgt keine Wertung in der Ergebnisliste. Da die ausgedruckten Codes meist nicht lang hielten, gibt es inzwischen einen Shop, über den man den Code als Plastekarte oder Armband bestellen kann (nicht kostenfrei).

Die Zeitmessung erfolgt per Stoppuhr, die beim Startschuss gestartet wird. Überquert ein Teilnehmer die Ziellinie, wird die Zeit für den Teilnehmer gestoppt. Der Teilnehmer erhält dann einen Token für seine Platzierung, dieser wird anschließend von einem Helfer zusammen mit dem Barcode gescannt und so erfolgt die Zuordnung der gestoppten Zeit, Platzierung und Läufer für die Ergebnisliste. Es gibt dabei zwar keine Nettozeiten, aber das System funktioniert nach eigenen Erfahrung wirklich zuverlässig.

Auf der Website findet man meist am Abend des Laufes die Ergebnisse des Tages, die gesamte Historie einzelner Events und auch die Historie des eigenen Profils. So kann man seine Fortschritte im Laufe der Zeit beobachten und auswerten. Ebenso taucht auf, bei welchen Events man bisher mitgelaufen ist, auch dies mit Statistik.

Blick über den Tellerrand…

Neben dem Fletcher’s Cove Parkrun direkt vor meiner (vorübergehenden) Haustür habe ich inzwischen auch an einem Parkrun in Kanada (Richmond Olympic Parkrun) teilgenommen. Ich hoffe, dass zukünftig noch ein paar mehr dazu kommen und ich auch in Deutschland an diesen Veranstaltungen teilnehmen kann.

 

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