World wide running by Enrico

Göltzschtal Lauf (Marathon #44)

Der Göltzschtal Lauf

Trotz umfangreicher Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus finden inzwischen wieder vereinzelte Laufevents statt. So auch der Göltzschtal Lauf des VfB Lengenfeld im sächsischen Vogtland.

Kurzfristig musste der Veranstalter jedoch auf die Verschärfung der behördlichen Auflagen reagieren. Das führte zur Streichung aller Nebenevents (5k, 10k, sächsische Straßenlaufmeisterschaft, Halbmarathon). Es blieb also nur die Marathondistanz (für die ich glücklicherweise schon im Vorfeld angemeldet war) mit einem limitierten Starterfeld für 250 Teilnehmer. Diese Teilnehmerzahl wurde kurz nach Bekanntwerden der Änderungen auch schnell erreicht.

Wettkampftag

Der Veranstaltungsort des Göltzschtal Lauf liegt gut 100km von meinem Wohnort entfernt. Also entschied ich mich, am Wettkampftag selbst anzureisen und mir eine Übernachtung zu sparen. Gegen kurz vor sieben Uhr ging es also auf die ca. einstündige Fahrt direkt zum Veranstaltungsort. Parkplätze waren ausreichend vorhanden und ich wurde von freundlichen Helfern eingewiesen.
Nach meiner Ankunft holte ich meine Startunterlagen im Sportlerheim ab. Abgesehen von einer Startnummer verzichtete der Veranstalter jedoch auf die Zugabe jeglicher Goodies.

Anschließend verschaffte ich mir noch einen Überblick über das Veranstaltungsgelände und den Startbereich im Stadion. Beim Betreten des Stadions mussten alle Teilnehmer eine Erklärung über Symptomfreiheit inkl. persönlicher Daten abgeben. Dafür gab es einen Stempel auf die Hand, damit man das Stadion verlassen und wieder betreten durfte. Die Kontrolle fand, glücklicherweise, relativ streng statt. Ebenso wurde das Konzept der Einbahnstraße konsequent durchgezogen, sodass ein Kreuzen der ankommenden und abfließenden Teilnehmer minimiert wurde.

Im Stadion tra ich dann zufällig auf Christoph, einen Lauffreund aus Rosenheim. Im Gespräch stellte sich heraus, dass auch er das ganze Jahr keine Veranstaltungen laufen konnte und glücklich war, noch ein Event gefunden zu haben, welches auch tatsächlich stattfindet.

Nachdem die Zeit dann doch schon etwas fortgeschritten war, ging es nochmal zurück zum Auto,  zum Umziehen und um letzte Laufvorbereitungen treffen.

Der Lauf

Zurück im Startbereich lief ich mich mit Christoph noch eine Runde ein und dann ging es auch schon in die Startaufstellung. Hier wurde übrigens akribisch darauf geachtet, dass die Hygienevorgaben eingehalten wurden, was ich sehr gut fand (die anwesenden Herren vom Ordnungsamt sicher auch). Daher hieß es, Abstand in der Startaufstellung einhalten und Maske bis zum Startschuss über Mund und Nase gezogen lassen.

Der Startschuss fiel pünktlich um neun Uhr. Die Strecke führte direkt raus aus dem Stadion auf den Radweg in Richtung Mylau, wo sich der Wendepunkt der Strecke befand. Die 10,5km nach Mylau geht es grundsätzlich bergab, was bedeutete, dass der Rückweg nach Lengenfeld der härtere Teil der Strecke werden sollte. Insgesamt war die Strecke aber schön, ein Mix aus asphaltierten und nicht asphaltierten Abschnitten und immer gut zu laufen.
Der spätere Sieger setzte sich bereits wenige Meter nach dem Start ab und war schon bald aus der Sichtweite verschwunden. Ich schloss mich einer Verfolgergruppe an und konnte deren relativ zügiges Tempo mitgehen. Nach 21km erreichten wir das Stadion in Lengenfeld wieder, durften dieses einmal umrunden und uns dann ein zweites Mal auf den Weg zum Wendepunkt machen. Im Laufe der Zeit zerfiel meine Gruppe leider etwas und sortierte sich ständig neu. Das führte dazu, dass ich auf den letzten 10km relativ viel allein unterwegs war. Zudem fühlte sich der Weg vom Wendepunkt hoch nach Lengenfeld beim zweiten Mal wesentlich härter an, als auf der ersten Runde…

Immerhin konnte ich ein relativ konstantes Tempo durchlaufen, lediglich auf den letzten 4km machten sich die Beine dann doch etwas bemerkbar. Letztendlich erreichte ich das Ziel im Stadion Lengenfeld nach 02:47:25h als vierter in der Gesamtwertung, ein super Ergebnis für mich.

Nach dem Lauf

Der Zieleinlauf der Läufer wurde vom Moderator gut begleitet und obwohl keine Zuschauer erlaubt waren, kam durch die Helfer immerhin etwas Wettkampfatmosphäre auf. Die Medaillen mussten wir uns selbst nehmen und auch die Versorgung im Ziel war portioniert und hygienisch einzeln ausgelegt, um unnötige Berührungen zu vermeiden. Immerhin war die Auswahl gut, es gab Wasser, Cola und Tee sowie Obst und ein paar andere Snacks.
Erwähnt sei hier auch, dass die Versorgung an den zwei Versorgungsstellen unterwegs (insgesamt kam man achtmal vorbei) ebenfalls gut war. Allerdings war aufgrund der behördlichen Vorgaben Selbstbedienung angesagt, ein zureichen der Verpflegung war grundsätzlich nicht erwünscht.

Zeitnah nach dem Zieleinlauf erfolgten dann auch die Siegerehrungen. Zunächst wurden die Gesamtsieger mit Pokalen und kleinen Sachpreisen ausgezeichnet. Anschließend folgten die Altersklassen (sobald die drei Erstplatzierten eine AK im Ziel waren). Als Gesamtvierter konnte ich dann auch die AK35 gewinnen und wurde ebenfalls mit Pokal, Urkunde und einem Sixpack einheimischen Bieres ausgezeichnet.

Fazit

Der Göltzschtal Marathon 2020 war ein tolles Event. Zum einen muss man als Läufer in diesen Tage froh sein, dass ein Event stattfindet. Zum anderen war die Organisation des Laufes sehr gut und auf die Einhaltung der Hygienevorschriften wurde hier (im Gegensatz zum DTM vor ein paar Wochen) wirklich geachtet. Natürlich ist es schade für den Veranstalter, dass er kurzfristig sein Konzept überarbeiten und die Nebenevents streichen musste. Doch belohnt wurde er durch breiten Zuspruch der Läufer (immerhin waren die verfügbaren 250 Startplätze ausverkauft, dagegen gab es nur ca. 70 Finisher über die Marathon Distanz im Vorjahr). Ich freue mich sehr, dass das Event stattgefunden hat und möchte den Veranstalter (VfB Lengenfeld) an dieser Stelle noch einmal dafür loben, dass das Event durchgezogen wurde und so professionell verlaufen ist.

 

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