World wide running by Enrico

Credit Union Cherry Blossom Ten Mile Run

Am 08.04.2018 fand in Washington DC die 46. Auflage des Credit Union Cherry Blossom Ten Mile Run & 5k Run/Walk statt. Dieser Lauf findet jährlich im April statt, im Rahmen des National Cherry Blossom Festivals. Dieses Festival wird als größtes Frühlingsfest des Landes beworben, das Highlight sind dabei die unzähligen blühenden Kirschbäume entlang des Tidal Basin, sowie dem West- und East Potomac Park.

In diesem Jahr hatten wir das Glück, dass der Termin des Laufs auf das Wochenende der Peak der Kirschblüte fiel. Da sich dieser Peak wetterabhängig um mehrere Wochen verschieben kann, ist das keine Selbstverständlichkeit. Doch wir konnten nun während des Laufs diese ganz besondere Atmosphäre genießen.

Vor dem Lauf

Die Anmeldung zum Lauf erfolgt online, aufgrund der großen Beliebtheit jedoch durch eine Lotterie. Daneben haben schnelle Läufer die Möglichkeit, sich über nachweisbare Laufzeiten als Elite oder Seeded Runner für die Teilnahme zu qualifizieren. Die geforderten Zeiten sind allerdings relativ anspruchsvoll. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten für einen garantierten Startplatz, zum Beispiel als Volunteer oder als Charity Runner. Alle Infos rund um die Anmeldung inklusive der Qualifikationszeiten findet ihr auf der offiziellen Website des Events.
Vor der Veranstaltung wird man über einen optionalen Newsletter auf dem Laufenden gehalten. Ein paar Tage vor dem Event erhalten alle Teilnehmer eine Mail mit der zugewiesenen Startnummer. Diese benötigt man bei der Abholung der Startunterlagen.

Expo

Die Expo fand im National Building Museum in Washington DC statt. Anbindung an Bus und Metro Netz sind gegeben, sodass die Expo bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden konnte. Die Dauer von zwei Tagen (Freitag und Samstag) sind Standard und boten genügend Zeit, die Startunterlagen abzuholen.

Die Ausgabe erfolgte getrennt nach der Laufstrecke (10 Miles, 5k) und gestaffelt nach Nummern. Ich besuchte die Expo am Samstag und es lief alles zügig und ohne große Wartezeiten ab. Nachdem man die Nummer empfangen hat, ging es weiter zur Shirt Ausgabe. Dabei hatte man im Vorfeld die Wahl zwischen Standard Shirt und Upgrade auf ein Funktionsshirt (gegen Aufpreis). Ich entschied mich für das Upgrade, muss aber nachträglich leider sagen, dass das Standardshirt optisch besser gelungen ist.

Weiterhin bot die Messe einen offiziellen Merchandise Shop zum Event. Aufgrund des Themas war hier viel in Rosa gehalten und für mich daher uninteressant. Daneben gab es noch weitere Aussteller aus dem Bereich des Laufsports, die Ausrüstung, Schuhe und Verpflegung anpriesen. Insgesamt ein solider Auftritt ohne große Highlights bei den Ausstellern.

Ein Highlight bot die Expo dann aber doch. An beiden Tagen wurden Vorträge von ehemaligen Aktiven und Profisportlern gehalten und so hatte ich die Gelegenheit, am Samstag den Vortrag von Meb Keflezighi zu hören und anschließend ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Das war eine tolle Erfahrung, da ich auch sein Buch (Meb for Mortals) für mein Training nutze.

Messe Übersicht
Startnummer – Check!
Posing mit Meb 🙂

 

 

 

 

 

 

Raceday

Start- und Zielbereich des Ten Mile Run befanden sich auf der 15th Street Höhe Washington Monument. Ich reiste mit einem privaten Fahrdienst an. Der Veranstalter bot außerdem ein Valet Bike Parking an, für alle, die mit dem Rad anreisen wollten. Parken war auch möglich, allerdings musste dazu vorher ein Ticket gekauft werden. Da die Metro sonntags erst ab 08:00 Uhr fährt, fällt diese als Anreiseoption weg.

Die Event Area befand sich im Bereich um die 17th Street. Aufgrund von Restaurationsarbeiten auf den Grünflächen in dem Bereich war die Wegführung etwas eingeschränkt. Der Veranstalter empfahl daher, möglichst früh die Kleideraufbewahrung zu nutzen und sich auf den Weg zum Start zu machen. Wegen der vorherrschenden kalten Temperaturen fand ich das nicht ideal, denn ich kühlte dann doch ziemlich stark aus. Ebenso unglücklich war die Verteilung der Entsorgungsmöglichkeiten. Zum einen gab es reichlich davon im Bereich der Event Area, aber relativ wenig im Bereich des Starts. So bildeten sich hier lange Schlangen, während die anderen für einen Last Minute Stop zu weit weg waren. Hier sollte das Setup überarbeitet werden.

Die Startaufstellung erfolgt in verschiedenen Wellen, je ca. 2.500 – 3.000 Läufer stark. Die Zuteilung erfolgte nach vorher gemeldeter 10 Meilen Zeit (oder Hochrechnung basierend auf einer 10k Zeit). Jede Welle hatte ihren eigenen Start in kurzen Abständen. Die Aufstellung klappte relativ gut, obwohl nicht wirklich streng kontrolliert wurde.

Der Lauf (Ten Mile Run)

Um 07:18 Uhr erfolgte der Start der Elite Damen, damit diese ihr eigenes Rennen hatten. Die Elite Herren machten sich dann um 07:30 Uhr zusammen mit der ersten Startwelle auf den Weg. Die Strecke war flach und schnell, verlief entlang der Mall, Rock Creek Pkwy, Ohio Drive, zum Tidal Basin und einmal um den East Potomac Park zurück zum Start-/Zielbereich auf der 15th Street. Sehr eindrucksvoll waren, wie schon gesagt, die Bäume, die in ihrer vollen Blüte standen. Das gab ein tolles Bild. Auch der Support an der Strecke war gut, es waren viele Zuschauer da und zusätzlich gab es ein paar Entertainment Stationen.
Über die Versorgung kann ich wenig sagen, es war so kalt, dass ich darauf auf der Strecke verzichtet habe. Gefühlt gab es reichlich Stationen und alle waren mit Gatorade und Wasser bestückt.

Streckenkarte 10 Mile Run

Auf dem Weg zum Ziel war nochmal ein kleiner Anstieg zu bewältigen, aber als man darüber war, konnte man das Ende schon sehen und wurde von den Zuschauern quasi über die Ziellinie getragen. Tolle Stimmung auch hier.

Nachdem man es geschafft hatte, gab es eine Flasche Wasser und motivierende Worte der Volunteers. Eine Medaille gab es nur, wenn man diese vorher gegen Aufpreis bestellt hatte. Diese musste dann in der Event Area Nahe der Kleideraufbewahrung abgeholt werden. Hier wäre es wünschenswert, wenn diese in den Leistungen bereits inklusive wäre, denn viele Läufer erfreuen sich an diesen Erinnerungsstücken. Ich hatte sie vorbestellt, finde sie optisch auch durchaus gelungen und passend dem Thema des Laufs gestaltet.
Die Kleiderbeutelausgabe verlief ebenfalls zügig und so konnte ich mich schnell trocken legen, was bei dem Wetter durchaus wichtig war, um keine Erkältung einzufangen.

In der Event Area hatte man noch die Möglichkeit, sich zu versorgen. Allerdings fiel die Versorgung ziemlich einfallslos aus, Bananen, Wasser, Gatorade und ein Riegel. Da könnte man durchaus mehr Abwechslung reinbringen…

Außerdem gab es noch einen Familientreffpunkt, bei einem Lauf dieser Größe (immerhin gut 16.000 Finisher auf die 10 Meilen) immer sehr sinnvoll. Dieser befand sich in unmittelbarer Nähe der Bühne, sodass man während des Wartens auch etwas vom Geschehen mitbekam. Unter anderem wurde das Rennen hier auf einem großen Monitor übertragen.
Auf der Bühne fand dann auch zeitnah nach Zieleinlauf die Siegerehrung statt und es wurden Giveaways verteilt. Nette Aktion am Rande. 🙂

Ich hielt mich dann aber gar nicht mehr lang auf und machte mich auf den Heimweg. Nachdem ich ja recht früh raus musste, war es Zeit für einen Kaffee…

5k Run-Walk

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass im Rahmen des Events auch noch ein 5k Run-Walk stattfand. Dieser Lauf hatte seine eigene Event Area (Kleideraufbewahrung) sowie seinen eigenen Start-/Zielbereich auf der Independence Avenue.

Start zu diesem Lauf war um 09:00 Uhr, die Strecke verlief als out & back Kurs entlang der Independence Ave. und des Rock Creek Pkwy. Insgesamt finishten bei diesem Lauf gut 2.500 Läuferinnen und Läufer.

Da dieser Lauf etwas abseits des Hauptlaufes stattfand, kann ich dazu allerdings leider nicht mehr sagen.

Fazit

Der Credit Union Cherry Blossom Ten Mile Run & 5k Run/Walk ist ein tolles Event. Die Atmosphäre, unter der der Lauf stattfand, war großartig. Wir hatten in diesem Jahr gleich doppelt Glück, zum einen standen die Bäume in voller Blüte und zum anderen hatten wir trotz Kälte strahlenden Sonnenschein.
An der Organisation könnte der Veranstalter etwas verbessern, z.B. den Zutriit zu den Startwellen kontrollieren und das Setup der Event Area optimieren. Ebenso sollte man weg kommen von den teuren Optionen, wie das Upgrade des Shirts oder die Medaille nur auf Bestellung und gegen Gebühr auszugeben. So ein Lauf sollte immer ein All inclusive Paket sein, bei dem jeder Teilnehmer die gleichen Leistungen erhält.

Alles in allem aber ein gelungenes Event, dass man durchaus im Auge haben sollte, wenn man mal was anderes als die Standard Distanzen laufen will und sich an der Schönheit der Natur erfreuen kann.

Geschafft 🙂

Ein Kommentar

  1. Hallo Rakete, den hätte ich auch gern gelaufen, dann wäre das triple DC inkl. MCM und Rock’n’Roll komplett. Aber der Heimat-Halbmarathon in Berlin geht vor😀 Warum Du das Rosa-Shirt nicht gut fandest, verstehe ich aber nicht.. Sportliche Grüße aus der Heimat und dann bis auf ein Wiedersehen in Guernsey

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