World wide running by Enrico

Laufend durch die goldene Stadt – Prag Marathon 2019

Volkswagen Prag Marathon 2019

Am 05.05.2019 fand die 25. Auflage des Volkswagen Prag Marathon statt. Nachdem wir im letzten Jahr zwei Kurztrips nach Prag unternommen haben und uns die Stadt so gut gefallen hat, beschlossen wir, dass wir das Marathonwochenende für einen erneuten Ausflug ausnutzen wollen. Um auch etwas Zeit für Unternehmungen neben den Lauf zu haben, reisten wir bereits am Donnerstag in die Hauptstadt der Tschechischen Republik.

Vor dem Lauf

Die Anmeldung zum Lauf erfolgte wie üblich über die offizielle Veranstaltungs-Website. Auf dieser wird man auch schnell darauf aufmerksam gemacht, dass der Ausrichter „runczech“ weitere Events veranstaltet und man sich doch überlegen soll, an dem ein oder anderen teilzunehmen…

Im Vorfeld der Veranstaltung wird man über einen Newsletter auf dem Laufenden gehalten, zudem erhält man die Info über die zugeteilte Startnummer und den Hinweis auf die App zur Veranstaltung. Diese bietet auch ein zeitgemäßes Live Tracking der Teilnehmer, was während des Laufs aber leider nur sporadisch funktionierte.

Expo

Die Messe fand von Donnerstag bis Samstag statt. Wir beschlossen, den Besuch am Freitagvormittag zu erledigen. Die Tore wurden um 10 Uhr geöffnet und wir waren auch wenige Minuten nach Öffnung da. Die Anreise mit der Straßenbahn verlief unkompliziert und ist sehr zu empfehlen.

Als wir die Messehalle betraten, war kaum etwas los und so konnte ich die Startunterlagen ohne lange Wartezeit abholen. Neben der Startnummer gab es eine Laufjacke der Veranstaltung als Zugabe für die Teilnehmer. Das hielt ich für eine gute Wahl, da die meisten Läufer vermutlich bereits genügend Laufshirts besitzen.

Der Rest der Messe ist als solider Standard zu beschreiben, es gab einige Aussteller von Sportausrüstung, Laufschuhen und Ernährung. Wie inzwischen leider üblich, gab es aber kaum größere Rabattaktionen, Schnäppchenjäger werden also mal wieder enttäuscht gewesen sein.

So hielt sich unsere Aufenthaltszeit auch in überschaubaren Rahmen und wir waren nach einer guten Stunde schon wieder auf dem Weg zurück zur Unterkunft.

Raceday

Da unsere Unterkunft relativ zentral in der Stadt lag, hatte ich zur „Technical Area“ nur ca. 500m zu Fuß zurückzulegen. So machte ich mich gegen kurz vor 8 Uhr auf den Weg, um dort meine Wechselkleidung abzugeben. Hier lief alles super geordnet und zügig ab.

Anschließend ging es weiter in den Startbereich. Dieser lag etwa weitere 500m entfernt am Altstädter Ring.

Auch hier war alles übersichtlich aufgebaut. Obwohl auch Zuschauer Zugang bis an die Startblöcke hatten und es ca. 10.600 Starter gab, hielt sich das Gedränge in Grenzen.

Wie bei Events dieser Größenordnung üblich, wurde die Startaufstellung in Blöcke eingeteilt, auf deren Einhaltung beim Zutritt allerdings offensichtlich kein allzu großer Wert gelegt wurde. Nach Präsentation der Elite Athleten und der Präsentation der Tschechischen Nationalhymne ging es pünktlich um 9 Uhr los.

Der Lauf

Der Start am Altstädter Ring sorgte für eine tolle Atmosphäre, hatte aber zur Folge, dass die Straßen gleich zu Beginn relativ schmal waren. Dazu kamen Kopfsteinpflaster und Straßenbahngleise, sodass man von Beginn an sehr gut aufpassen musste, wo man hintritt. Größere Unfälle habe ich aber glücklicherweise nicht mitbekommen.

Nach ca. 2,5km überquerte man die berühmte Karlsbrücke, sicher eines der Highlights auf dem Kurs. Große Teile der Strecke verliefen auf den Straßen am Ufer der Moldau, wodurch es insgesamt kaum nennenswerte Steigungen gab.

Entgegen meiner ersten Einschätzung der Streckenkarte im Vorfeld, ließ sich die Strecke erstaunlich gut laufen. Zudem war es für mich mental hilfreich, dass man den Abschnitt zwischen km 33 und 42 bereits am Start zwischen km 3 und 12 schon einmal absolviert hat.

Ich ließ es am Start relativ ruhig angehen, insbesondere aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse wollte ich nichts riskieren. Die ersten 21km liefen ganz gut und ich befand mich in einer kleinen Gruppe von ca. 8 Läufern. Nach ca. 1:26h haben wir die Halbmarathonmarke passiert.

Da ich mich hier noch relativ gut fühlte, beschloss ich, das Tempo etwas zu erhöhen und war von da an für den Rest des Laufes allein unterwegs. Durch die leichte Tempoverschärfung holte ich nach und nach andere Läufer ein, was für zusätzliche Motivation sorgte. Als ich mich nach 30km immer noch gut fühlte, erhöhte ich das Tempo noch etwas mehr und konnte die zweite Hälfte in ca. 1:22h hinter mich bringen. So erreichte ich das Ziel nach 2:48:07h. Mit der Zeit bin ich mehr als zufrieden, insbesondere nach dem harten Lauf am letzten Sonntag und den ungünstigen (weil kalten) Bedingungen hier in Prag.

Nach dem Lauf

Nach Überqueren der Ziellinie erhielt man eine Flasche Wasser (leider mit Kohlensäure und seltsamen Beigeschmack), die Medaille sowie eine Wärmfolie. Außerdem konnte man sich mit den Supportern treffen, die im Zielbereich warteten.

Auf einen markierten Weg ging es dann zur Zielversorgung, die leider etwas zu wünschen übrigließ. Es gab eine Flasche Gatorade, Bananen, Orangen und eine Dose Limo. Etwas mehr Abwechslung (z.B. was salziges, Wasser…) wäre hier schön gewesen.

Im Anschluss ging es weiter in die „technical Area“, hier erhielt man den Kleiderbeutel zurück, es gab zahlreiche Umkleidezelte sowie eine mobile Dusche. Ich nutzte die Duschgelegenheit und durch meine zügige Zeit, war hier auch noch nicht viel los. Die Qualität der Duschen war gut und das Wasser warm. Da es allerdings nur ca. 10 Duschen gab, stellt sich die Frage, ob es bei dem großen Ansturm an nachfolgenden Läufern am Ende immer noch so gut lief. Vielleicht wären ein oder zwei zusätzliche Wagen toll gewesen.

Fazit Volkswagen Prag Marathon

Der Prag Marathon hat mir sehr gut gefallen. Die Organisation war rundum hervorragend. Die Messe war gut strukturiert und es gab nette Nebenevents wie einen Familienlauf.

Am Lauftag selbst hat alles gut geklappt, von der Kleiderbeutelabgabe bis hin zum Duschen nach dem Lauf. Selbst die Strecke ließ sich gut laufen, obwohl es auf der Karte zunächst nicht so aussah und die Bodenverhältnisse stellenweise schwierig waren.

Lediglich die Zielversorgung bietet etwas Anlass zur Kritik, aber das war auch schon der einzige Wehrmutstropfen dieser Veranstaltung.

Dennoch kann ich den Prag Marathon jeden Läufer nur wärmstens empfehlen.

Die Reise rund um den Prag Marathon

Neben dem Prag Marathon bietet die Stadt natürlich noch viel mehr, was einen Besuch rechtfertigt.

Nach unserer Ankunft am Donnerstagnachmittag bezogen wir zunächst unsere sehr zentral gelegene Wohnung. Das hatte den Vorteil, dass wir grundsätzlich alles Wichtige direkt vor der Haustür hatten. Problematisch war allerdings die Parksituation. Man sollte darauf achte, dass die Unterkunft eine Möglichkeit zum Parken bietet, oder die Option in Betracht ziehen, außerhalb der Stadt auf einen der kostenfreien P+R zur parken und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu fahren.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt, der Besichtigung des Altstädter Rings, diverser Stadttürme und einem der Highlights der Stadt, der Karlsbrücke. Die Innenstadt bietet viel zu entdecken und zudem laden diverse kleine Geschäfte, Restaurants, Cafés und Bars zum Verweilen ein.

Am Freitag führte uns der erste Weg, wie oben erwähnt, zur Marathonmesse. Dieser Ausflug war auch der einzige, bei dem wir die öffentlichen Verkehrsmittel nutzten.

Im Anschluss an den Messebesuch besorgten wir uns ein 48h Busticket von einen der vielen Hop-on Hop-off Tourenanbieter, um die Stadt weiter zu erkunden. Diese Touren sind absolut empfehlenswert, denn man bekommt wirklich alles Wichtige zu sehen und die Audioguides haben jede Menge interessante Informationen zur Geschichte der Stadt auf Lager.

So verbrachten wir den Freitag und Samstag damit, die 3 Routen abzufahren. Dabei nutzten wir auch mehrfach die Gelegenheit, auszusteigen und Bereiche zu Fuß weiter zu erkunden.

Ein Highlight war dabei noch die inbegriffene geführte Tour durch die Prager Burg, bei der auch viele geschichtliche Hintergründe beleuchtet wurden.

Einzig auf eine Bootstour über die Moldau haben wir verzichtet, da es uns dafür leider viel zu kalt war.

Auch kulinarisch kommt man in Prag nicht zu kurz. Wie oben schon erwähnt, bietet die Innenstadt eine riesige Auswahl an Restaurants an. Das Spektrum deckt dabei eigentlich alles ab, was das Herz begehrt und bietet neben traditioneller Tschechischer Küche auch internationale Spezialitäten sowie Vegetarische und Vegane Kost an. Die Preise bewegen sich dabei stets leicht unter deutschen Niveau.

Insgesamt ist Prag eine tolle Stadt, die ihren guten Ruf zu Recht besitzt. Wer mal über ein langes Wochenende einen Städtetrip machen möchte, sollte Prag auf jeden Fall in Betracht ziehen. Wir haben die nächste Reise auch schon geplant, Ende Juli kommen wir wieder, dann zum Triathlon bei der Challenge Prag.

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