World wide running by Enrico

Sunshine Sightseeing Tour durch Berlin – Berliner Halbmarathon 2019

Am 07.04.2019 fand die 39. Auflage des Berliner Halbmarathons statt. Der Lauf ist auch für mich ein fester Bestandteil im Laufkalender, bereits zum siebten Mal stand ich hier an der Startlinie. Leider lief es in diesem Jahr nicht so gut, wie ich mir das im Vorfeld gewünscht hatte…

Vor dem Lauf

Erfahrungsgemäß sollte man sich für die Anmeldung nicht allzu viel Zeit lassen, denn regelmäßig ist der Lauf trotz über 35.000 Startplätze schon weit vor dem Termin ausverkauft. Da sich der Ansturm im Vergleich zum großen Bruder im Herbst aber noch in Grenzen hält, werden die Startplätze noch immer nach dem Prinzip „first come first serve“ vergeben.

Aus dem regelmäßig erscheinenden Newsletter erfuhr ich dann einige Wochen vor dem Lauf von der wichtigsten Neuerung, die Strecke wurde geändert und es gibt einen neuen Start-/Zielbereich. Dieser befindet sich nun wie beim Marathon im September zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Das bietet dem Teilnehmer eine tolle Kulisse für den Start und insbesondere den Zieleinlauf.

Expo

Glücklicherweise findet die Expo inzwischen wieder auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt. Hier war genügend Platz für alle Aussteller und auch der Besucheransturm verlief sich gut.

Ich reiste erst am Samstag nach Berlin und war zur Mittagszeit auf der Messe. Bevor man zur Startnummernausgabe vorgelassen wurde, wurde der Startpass (kommt per Email) und der Ausweis überprüft und die Teilnehmer erhielten ein Teilnehmerbändchen. So soll in Berlin schon lange verhindert werden, dass Startplätze unerlaubt weitergegeben werden.

Die Startnummern gibt es ganz am Ende der Messehalle, es hat sich aber bewährt, zunächst direkt zur Ausgabe zu gehen und im Anschluss die Aussteller zu besuchen.
Trotz großen Besucheraufkommens verlief die Nummernausgabe zügig und ohne allzu große Wartezeiten.

Auf der Messe selbst waren viele große Sportartikelhersteller vertreten. Hier konnte man sich über die aktuellen Kollektionen informieren, große Rabatte waren aber eigentlich nirgendwo zu finden. Obwohl ich so nur flüchtig den ein oder anderen Stand besuchte, dauerte der Aufenthalt gute 2,5h…

Nach der Messe ging es dann zu meinen Freunden am Stadtrand von Berlin, bei denen ich dankbarerweise wieder unterkommen durfte.

Raceday

Da der Start für uns Läufer erst um 10:05 Uhr erfolgte, konnten wir sogar fast ausschlafen und der Wecker klingelte erst um 07:00 Uhr. Nach kurzem Wach werden und Frühstück ging es gegen 08:00 Uhr Richtung Startbereich. Da meine Gastgeber ortskundig waren, fuhren wir mit dem Auto zum Start und konnten unweit des Geländes parken. Empfehlenswert ist aber grundsätzlich die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da der Bereich gut angebunden ist.

Vor dem Betreten des Startgeländes fand eine Sicherheitskontrolle statt, auch hier gab es keine Wartezeiten.

Im Gegensatz zum Marathon fand die Kleiderbeutelabgabe allerdings nicht auf der Wiese vor dem Reichstag statt, sondern auf LKW zwischen Start und Ziellinie. Insgesamt war das eine gute Lösung, allerdings haben Läufer mit ungünstigen Startnummern ggf. einen weiten Weg zu ihrem LKW…

Erwähnenswert ist die Möglichkeit, bei der Anmeldung auf einen Kleiderbeutel zu verzichten und stattdessen einen Poncho im Ziel zu bekommen, um sich warm zu halten.

Warmhalten war in diesem Jahr jedoch eigentlich nicht notwendig. Bereits vor dem Start waren die Temperaturen zweistellig und die Sonne schien strahlend. Während des Laufs stiegen die Temperaturen auf geschätzte 20°C an und Berlin zeigte sich von seiner besten Seite.

Der Lauf

Der Start erfolgte pünktlich um 10:05 Uhr, nachdem zuvor die Inliner, Rollis und Handbiker auf die Strecke geschickt wurden.

Seltsam fand ich, dass der Startbogen ziemlich schmal war, obwohl man die gesamte Straßenbreite hätte ausnutzen können. Bei der Anzahl an Teilnehmern sollte dies dringend überarbeitet werden…

Für mich ging es relativ gut los, die ersten Kilometer vorbei an der Siegessäule bis zum Schloss Charlottenburg verliefen flüssig und nach Plan. Ich konnte relativ frei und gleichmäßig laufen, merkte aber nach gut 10km, dass ich das vermutlich nicht durchhalten werde. Die Beine fühlten sich zwar gut an, aber irgendwie wollte der Rest des Körpers nicht mitspielen.

Nach gut 13km bekam ich Seitenstechen, das immer schlimmer wurde. Ich versuchte, etwas Tempo rauszunehmen, um es los zu werden, doch das klappte leider nicht. Es wurde eher schlimmer und zusätzlich bekam ich Magenprobleme. Das zwang mich dazu, eine Gehpause einzulegen. Nach etwas mehr als 15km musste ich mich schließlich leicht übergeben, was zumindest das Magenproblem etwas besserte. Das Seitenstechen spürte ich leider immer noch. Da ich nicht aufgeben wollte, versuchte ich, locker weiter zu laufen. Vermutlich war das Tempo aber zu hoch, das Seitenstechen verschlimmerte sich und ich musste erneut gehen. Nachdem ich mich etwas erholt hatte, unternahm ich einen weiteren, vorsichtigen Laufversuch. In einigermaßen gemäßigten Tempo konnte ich so die letzten 4km noch absolvieren und erreichte das Ziel schließlich nach 01:22:54. Damit habe ich die anvisierte 01:20h zwar verpasst, aber in Anbetracht der Umstände bin ich doch glücklich, das Ziel erreicht zu haben.

Nach dem Lauf

Wie üblich, gab es nach dem Zieleinlauf die Finisher Medaille. Man gibt sich zwar inzwischen etwas mehr Mühe, aber irgendwie wirkt sie beim Berliner Halbmarathon immer noch wenig hochwertig und relativ einfach…

Im Anschluss erfolgte die Zielverpflegung, Wasser, Regenerationsdrink, Tee und Bananen waren im Angebot. Zusätzlich gab es alkoholfreies Weißbier und Mixgetränke von Erdinger, genau das richtige bei dem hervorragenden Wetter.

Nach Verlassen des Versorgungsbereichs gelangte man zu den LKW mit den Kleiderbeuteln. Ich hatte leider Pech und musste fast bis zum Ende der Schlange laufen. Das macht dann nochmal einen extra Kilometer…

Umkleidemöglichkeiten waren nicht vorhanden, bei dem Wetter konnte man das aber auch problemlos im Freien erledigen. Auch als Treffpunkt mit anderen Teilnehmern bot sich dieser Bereich an. Nur Nichtläufern blieb der Zutritt natürlich verwehrt. Das Treffen mit evtl. mitgereisten Supportern war aber auf den großflächigen Grünanlagen außerhalb des abgesperrten Bereichs gut möglich.

Fazit

Der Berliner Halbmarathon ist einer meiner Lieblingsläufe, nicht umsonst war ich bereits zum siebten Mal am Start. Wie immer waren das Rahmenprogramm und die Organisation hervorragend. Trotz der hohen Teilnehmerzahl lief alles relativ flüssig und Reibungslos, wie man es von einem Event dieser Größenordnung erwartet. Auch das Wetter spielte mal wieder mit, strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen führten zu guter Laune bei den Teilnehmern.

Leider wurde ich in diesem Jahr von meinem Körper ausgebremst. Die Ursache lässt sich nur vermuten, möglicherweise zu schnell gestartet oder im Vorfeld etwas Falsches gegessen oder es war einfach nicht mein Tag.

Insgesamt lies ich mir die Laune dadurch aber nicht vermiesen und genoss den tollen Sightseeing Lauf durch die Hauptstadt bei bestem Wetter.

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