World wide running by Enrico

La Course Royale – Unterwegs auf dem königlichsten aller Kurse…

Go Sport Running au Chateau de Versailles – La Course Royale (15km)

Auf das Event Running au Chateau Versailles bin ich eher zufällig gestoßen, als ich an einem verregneten Wochenende mal wieder das Netz nach neuen Ideen durchstöberte. Da am 24.10.2021 noch nichts anstand, meldete ich mich kurzerhand für den längsten der angebotenen Läufe, den Course Royale über 15km an.
Das Event ist durchaus von beachtlicher Größe, nahmen den Course Royale im Jahr 2019 doch über 11.000 Teilnehmer in Angriff. Auch in diesem Jahr sollte es auf dieser Distanz über 5.000 Finisher geben.
Insgesamt bietet der Veranstalter neben dem erwähnten Course Royale gibt es noch den Course des Princesses (8km, auch Männer dürfen starten) und den Course des Enfants (2km und 400m Kinderläufe).

Leider ist die Webseite der Veranstaltung eine Katastrophe. Lange Zeit waren weder ein Streckenplan noch grundlegende Infos (z.B. Gepäckaufbewahrung, genauer Veranstaltungsort u.ä.) zu finden. Anfragen über das Kontaktformular wurden übrigens bis heute nicht beantwortet. Immerhin hat die Anmeldung sofort geklappt. Allerdings ließ auch hier die Bestätigung inklusive QR Code (zur Abholung der Startnummer erforderlich) auf sich warten. Diese konnte erst nach langer Suche auf der Homepage des Anmeldeportals gefunden werden. Ca. eine Woche vor dem Event kam dann immerhin noch eine Mail mit FAQ und auch auf der Webseite waren nun einige Infos zu finden.

Vor dem Lauf

Bei der Anmeldung hat man die Wahl, seine Startnummer in der Woche vor dem Event in einer Go Sport Filiale in Paris abzuholen, oder am Samstag am Veranstaltungsort. Ich habe mich für die zweite Option entschieden. Zum einen konnte ich damit ein Bild von der Örtlichkeit gewinnen und mich mit der Anreise vertraut machen, zum anderen ist das Schloss Versailles und der dazugehörige Park, in dem der Lauf stattfand, immer einen Besuch wert.

Die Anreise zum Veranstaltungsort erfolgte mit der Bahn gefolgt von ca. 20 Minuten Fußmarsch. Das Village, als Zentrum des Events bestand aus Zelten für verschiedene Zwecke. Das wichtigste war natürlich das, in dem die Startnummern ausgegeben wurden. Das lief auch zügig ab. Im nächsten Zelt erhielt ich mein Teilnehmershirt und anschließend führte der Weg durch einen Go Sports Shop.

Nachdem ich das Pflichtprogramm absolviert hatte, nutzte ich die Gelegenheit und das schöne Wetter, noch etwas Zeit im Park zu verbringen und mir ein paar Highlights anzuschauen. Anschließend ging es mit der Bahn zurück nach Paris.

Raceday

Der Tag begann für mich bereits um 5:30 Uhr, ganz klassisch mit Kaffee und einem leichten Frühstück. Anschließend packte ich die letzten Sachen und dann ging es auch schon zur Bahn. Auf die gleiche Art wie gestern machte ich mich auf den Weg nach Versailles und erreichte das Village gegen 8 Uhr.

Die Zelte, in denen am Vortag die Unterlagen und Shirts ausgegeben wurden, dienten heute als Gepäckaufbewahrung. Zudem waren noch ein paar Werbeaussteller vor Ort und glücklicherweise auch ein mobiles Café.
Nach Versorgung, Entsorgung und Abgabe meines Kleiderbeutels ging es in die Startaufstellung. Mit meiner erwarteten Zielzeit von unter einer Stunde durfte ich mich auch ganz vorn mit einreihen, was sich kurz nach Start auch als gute Sache herausstellte, denn da wurde es gleich mal eng.

Der Moderator im Startbereich versuchte die Leute zu unterhalten. Auch hier durfte ein Fitnesstrainer ein Aufwärmprogramm für die Läufer vorführen und animierte die Leute zum mit machen.

Pünktlich um neun Uhr ertönte der Startschuss für den Course Royale.

Mein Course Royale

Wie schon erwähnt wird es nach dem Start erstmal eng. Direkt nach dem Startbogen gibt es eine Rechtskurve, die auf eine Gerade mit groben Pflaster führt. Am Ende dieser wird ein Tor passiert, welches sich für das breite Feld sicher als Nadelöhr präsentierte.

Für mich lief es sich nach den ersten 500m relativ gut, das Feld zog sich langsam auseinander und ich konnte frei Laufen. Die Strecke verlief dabei zunächst auf guten Wegen entlang des großen Sees im Park. Ich fand zügig in einen guten Rhythmus und nach ca. 4km fand ich mich in einer Gruppe wieder, die ein angenehmes Tempo ging. Also beschloss ich hier mitzulaufen. Die Gruppe blieb auch mehr oder weniger konstant zusammen und brach erst nach 13km auseinander. Bis dahin verlief der Lauf recht unspektakulär, gleichwohl der Kurs durchaus sehenswert war. VPs gab es nach fünf und zehn Kilometern. Aufgrund der kalten Temperaturen ließ ich die allerdings liegen und kann nichts zur Qualität sagen.

Grundsätzlich war die Strecke entlang des Sees in guten Zustand. Nach ca. 9km verließen wir diesen jedoch und machten einen Abstecher durch die Farm von Marie Antoinette. Hier führte der Course Royale über Gras und Feldwege. Dieser Bereich war teilweise sehr aufgeweicht und schlammig. Das Laufen wurde stellenweise eine Herausforderung und möglicherweise wäre ein Trailrunning Schuh sogar die bessere Wahl gewesen. Als wir nach gut 13km zurück zum See kamen, wurden die Wege auch wieder besser.
Im Endspurt zerfiel unsere Gruppe dann allerdings und letztendlich versuchte jeder nochmal alles zu geben. Ich konnte hier zwar meine Pace halten, aber insbesondere den Antritten einiger Läufer auf die letzten 500m konnte ich nicht mehr folgen. So überquerte ich an Position zehn nach 53:25 Minuten die Ziellinie.

Post Race

Im Zielbereich gab es neben motivierenden Worten der Helfer zunächst die Finishermedaille. Diese stammt aus dem Vorjahr, da das Event 2020 abgesagt werden musste und die Medaillen bereits produziert waren. Der Recyclinggedanke ist gut, dennoch hätte man zumindest die aktuelle Jahreszahl zusätzlich eingravieren können…

Weiter ging es durch die Zielverpflegung, hier wurden Wasserflaschen und süße sowie salzige Snacks und Obst angeboten. Die Auswahl war ok und es war für jeden was dabei.

Als ich ausreichend versorgt war, verließ ich den Zielbereich und holte meinen Kleiderbeutel ab, um mich umzuziehen. Da es trotz Sonne noch echt kalt war, wollte ich mich schnellstmöglich trocken legen.

Die Stimmung im Village war gut und es füllte sich immer mehr, mit dem ankommen der Finisher des Course Royale. Zudem trafen auch immer mehr Teilnehmer des Courses des Princesses ein, der um 11:45 Uhr startete.

Fazit zum Go Sport Running au Chateau de Versailles – Course Royale

Die Veranstaltung an sich ist super, eine tolle Strecke, gute Stimmung und motivierte Helfer bieten ein tolles Gesamtpaket. Verbesserungswürdig erscheint definitiv der Internetauftritt, sollten doch auf einer Webseite baldmöglichst alle wichtigen Informationen, wie Streckenverlauf, Veranstaltungsort oder Vorjahresergebnisse zu finden sein.
Und je nach Wetterverhältnissen sei jedem Interessenten geraten, über die richtigen Schuhe nachzudenken.

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