World wide running by Enrico

Ein belgischer Klassiker – 20km von Brüssel

20km von Brüssel

Bereits zum 43. Mal fiel am 28.05.2023 um 10:00 Uhr der Startschuss für die 20km von Brüssel. Der Lauf hat Tradition in unserem kleinen Nachbarland und da ich mich berufsbedingt in der belgischen Hauptstadt aufhalte, lag es natürlich nahe, dass ich mich unter die knapp 40.000 Starter mischte.

Vorbereitung auf die 20km von Brüssel

In den beiden Wochen vor dem Event nahm ich schon in Bayreuth (FunRun) und Luxemburg (ING Night Marathon) an tollen Laufveranstaltungen teil. Großartige Trainingsumfänge gab es daher in der Woche vor dem Event nicht mehr. Insbesondere nachdem ich mich in Luxemburg zum Ende hin schon schwergetan hatte, lag der Fokus eher auf Regeneration.

Die Startunterlagen konnten bereits mehrere Wochen vor dem Lauf im Büro des Veranstalters abgeholt werden. Ich nahm das Angebot am Montag vor dem Event in Anspruch, um lange Wartezeiten am Eventwochenende zu umgehen. Der Inhalt der Starttüte war erneut enttäuschend, neben der Startnummer gab es lediglich einen kleinen Müsliriegel und ein paar Werbeflyer. Beim relativ günstigen Preis von 28€ für den Startplatz war das aber zu verschmerzen.

Soweit ich in der Ausschreibung lesen konnte, wurde auf eine Expo im klassischen Sinne insgesamt verzichtet. An den beiden Tagen vor dem Lauf mussten die Startunterlagen jedoch im Start-/Zielbereich abgeholt werden. Dieses Gelände befand sich auch herrlich gelegen im Jubelpark, direkt am Triumphbogen von Brüssel. Dieser Park sollte sowieso auf der To Do Liste stehen, wenn man einmal in Brüssel ist.

Raceday

Genau zu diesem Ort führte es mich dann auch am Sonntagmorgen. Gegen 08:45 verließ ich meine Wohnung und macht mich auf den ca. 1,5km langen Fußweg. Die Wettervorhersage war fantastisch, 25 Grad und strahlender Sonnenschein wurden erwartet und daher verzichtete ich auf einen Kleiderbeutel und Wechselkleidung für vor oder nach dem Lauf.

Am Triumphbogen herrschte bei meinem Eintreffen schon reges Treiben. Ich ließ es mir aber nicht nehmen, den Start-/Zielbereich einmal abzugehen und die tolle Stimmung aufzunehmen. Nach dieser Runde begab ich mich in den Wartebereich meiner Startzone und setzte mich in die jetzt schon angenehm warme Sonne, um auf den Start zu warten.

Um 09:30 Uhr erfolgte der erste Start des Tages für die gut 1.000 Teilnehmer der Handisport Wertung. Im Anschluss füllte sich auch der Bereich der Läufer zusehends. Hier wurde auch etwas Unterhaltung geboten, aber an das Programm von Antwerpen oder Luxemburg vor dem Start konnten die 20km von Brüssel bei weitem nicht heranreichen.

Mein Lauf

Relativ pünktlich um 10:00 Uhr fiel dann der Startschuss für die erste Welle von Läufern. Zunächst ging es raus aus dem Park und für ca. 1km deutlich bergab, bevor der zweite Kilometer den Gegenanstieg dazu bildete. Ich lief leider mal wieder, gepusht von der Stimmung und gezogen von den anderen Teilnehmern, viel zu schnell los und war eigentlich schon am Ende des ersten Anstiegs ziemlich platt. Ein Blick auf die Uhr bestätigte diesen Eindruck und brachte mich dazu, etwas bewusster auf die Pace zu achten, um mir die Kraft für die folgenden 18km vernünftig einzuteilen. Die nächsten Kilometer waren geprägt von einem ständigen auf und ab, da wir durch gefüllt alle Verkehrsunterführungen der Stadt laufen mussten. Nach sechs Kilometern ging es dann in den Bois de la Coimbre, einen tollen städtischen Park und den einzigen Abschnitt der Strecke, der an diesem tollen sonnigen Tag etwas Schatten bot.
Wir verließen den Park nach Kilometer zehn und es ging weiter auf breiten Hauptverkehrsstraßen, die natürlich für den Verkehr gesperrt waren. Es lief sich ganz gut und die Strecke war auch breit genug, um die große Anzahl an Teilnehmern aufzunehmen. Ich war muskulär kurz nach der Halbzeit schon ziemlich platt, die ersten beiden schnellen Kilometer und das wellige Profil der Strecke hatten Spuren hinterlassen. Immerhin wurden hier die Unterführungen weniger und die Strecke wurde etwas ebener.
Kurz vor dem Ziel wurde den Teilnehmern aber nochmal alles abverlangt. Von Kilometer 17,5 bis 19 ging es nochmal ordentlich aufwärts. Für mich war das der härteste Teil der Strecke, die Stimmung war hier zwar ausgelassen und trieb die Läufer voran, doch muskulär musste ich ganz schön leiden. Immerhin war der Triumphbogen hier schon in Sicht und das Ende damit absehbar. Der letzte, relativ flache Kilometer verging dann aber quasi wie im Flug, die Menschen an der Strecke gaben alles beim anfeuern und schließlich überquerte ich nach 01:24:38 die Ziellinie der 20km von Brüssel.

Post Race

Nach dem Zieleinlauf ging es durch den Triumphbogen zur Zielverpflegung. Es gab zunächst Wasser, anschließend auch noch ein paar süße Snacks und Getränke. Die Verpflegung war unspektakulär, aber ok. Weiter ging es zum Empfang der Teilnehmermedaille. Diese war aus Holz und relativ klein, aber nett gestaltet.

Wie oben erwähnt, verzichtete ich auf Wechselkleidung, aber da es nun sonnige 25 Grad hatte, beschloss ich, dass ich mich noch etwas im Park niederlassen werde. Diese Idee hatten viele andere Teilnehmer auch und so füllten sich die Rasenflächen zunehmend mit den ankommenden Läufern und Supportern. Es war super entspannend, das Kommen und Gehen zu beobachten und die Sonne zu genießen. Ein würdiger Abschluss für einen tollen, wenn auch anstrengenden Lauf.

Fazit zu den 20km von Brüssel

Der Lauf ist zu Recht ein Klassiker in Belgien. Das Event ist gut organisiert, die Strecke ist nicht ganz einfach und hat es insbesondere zum Ende hin in sich. Die Stimmung war jedoch fast durchgehend ausgelassen und motivierte die Teilnehmer. Es gab selbst für diesen warmen Lauftag genügend Verpflegungspunkte und trotz der hohen Teilnehmerzahl wurde es (zumindest in meinem Bereich) nie eng oder unangenehm auf der Strecke.
Ein Lauf, der durchaus zu empfehlen ist, gleichwohl ich persönlich vermutlich nicht ausschließlich für dieses Event nach Brüssel anreisen würde. Wer aber mit einem Städtetrip nach Brüssel liebäugelt und das gern mit einem Lauf verbinden möchte, sollte sich das Event auf jeden Fall mal genauer anschauen.

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