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Semi de Paris – Der Pariser Halbmarathon

Pariser Halbmarathon

Am 05.09.2021 fand die die 29. Auflage des Pariser Halbmarathon statt. Aufgrund der Corona Pandemie wurde das Event, welches normalerweise im März stattfindet, auf den September verschoben. Unverändert bleibt dabei der zeitliche Abstand zum Pariser Marathon, der sechs Wochen später stattfinden wird. Somit bietet sich dieser Lauf natürlich super als Vorbereitungslauf für die volle Distanz an.

Die Veranstaltung zählt mit bis zu 40.000 Teilnehmern zu einer der größten, die es über diese Distanz gibt. In diesem Jahr sprach der Veranstalter allerdings von „lediglich 20.000 Teilnehmern“, was angesichts der aktuellen Lage dennoch sehr beachtlich ist.
Wie schon in Berlin vor zwei Wochen, war ich auch diese Woche nicht allein unterwegs. Ich bekam Besuch von Daniel aus Deutschland, der das Wochenende in Paris verbrachte und am Lauf teilnahm.

Vor dem Lauf

Die Anmeldung zum Pariser Halbmarathon 2021 erfolgte, wie heutzutage üblich, über das online Meldeportal. Hier konnte dann auch sogleich das ärztliche Attest hinterlegt werden, welches bei Sportveranstaltungen in Frankreich obligatorisch ist.

Die Abholung der Startunterlagen war in diesem Jahr ausschließlich persönlich am Freitag und Samstag vor dem Lauf auf der Expo möglich. Beim Zugang wurde der obligatorische „Pass Sanitaire“, also der Nachweis über Covid19 Impfung oder Test, überprüft und mit einem Armband bestätigt.

Wir besuchten die Messe am Samstagvormittag. Trotz großen Zustroms zum Gelände war in der weitläufigen Halle nichts von den Massen wahrzunehmen. Die Ausgabe der Unterlagen erfolgte sortiert nach Nummern und in unserem Bereich war die Abholung ohne Anstehen und Wartezeit schnell erledigt.
Ein paar Meter weiter gab noch das inkludierte Teilnehmershirt zum Event, welches allerdings weder optisch noch qualitativ überzeugen kann.
Im Anschluss folgte der eigentliche Messeteil, doch auch der enttäuschte etwas. Es waren nur wenige Aussteller vor Ort und die Angebote waren wenig überzeugend. So verließen wir das Gelände auch zügig wieder, um den Tag noch etwas mit Sightseeing auszufüllen.

Raceday…

Der Wettkampftag zum Pariser Halbmarathon begann ganz klassisch, 06:00 Uhr klingelte der Wecker, Kaffee, kurz mit der Welt klarkommen und die letzten Sachen zusammenpacken. Um 07:00 Uhr ging es dann mit der Metro zum Startbereich (Bastille). Die Metrostation befand sich unmittelbar am Zieleinlauf und ca. 500m entfernt von der Gepäckaufbewahrung. Dorthin machten wir uns dann auch gleich auf den Weg.

Die Aufbewahrung war gut organisiert und in diesem Bereich befanden sich auch ausreichend mobile Toiletten. Da liegt aber auch schon das Problem, denn hier war die einzige Entsorgungsmöglichkeit. Der Startbereich selbst befand sich nochmal gut 800m entfernt und weitere Toiletten waren dort Fehlanzeige. Erfahrungsgemäß werden sie aber dort gebraucht, denn man konnte unglaublich viele Teilnehmer erleben, die sich hier in der Öffentlichkeit entleerten. Da sollte der Veranstalter mal sein Konzept überdenken.

Es folgte die Startaufstellung. Der Zugang zu den Startblöcken wurde ab ca. 15 Minuten vor dem Start gewährt. Leider waren die Zugänge so schmal und eng, dass hier bereits ein großes Gedränge herrschte. Zudem sollte eigentlich bis zum Start ein Mund- Nasenschutz getragen werden. Darauf wurde von den sonst guten und motivierten Helfern absolut nicht geachtet und so hatte sicher die Hälfte der Teilnehmer keinen entsprechenden Schutz dabei.
In der Startaufstellung selbst war dann aber wieder genügend Platz und weiteres Gedränge blieb glücklicherweise aus.

Start zum Pariser Halbmarathon

Nachdem die Elite um 08:30 Uhr auf die Reise geschickt wurde, fiel der Startschuss für den nächsten Block, in dem auch Daniel und ich mich befanden, um 08:34 Uhr. Wir hatten im Vorfeld beschlossen, dass jeder sein eigenes Tempo läuft und so trennten sich unsere Wege kurz nach dem Startschuss.

Für mich ging es relativ gut los, ich fand eine Linie, auf der ich gut und frei laufen konnte. So kam ich vom Start weg in einen guten Rhythmus.

Die Strecke war insgesamt relativ flach bzw. wies nur leichte Steigungen und Gefälle auf (mit wenigen Ausnahmen, insbesondere kurz vor Schluss).  Es ging zunächst entlang der Seine bis wir diese nach drei Kilometern überquerten und weiter in Richtung Bois de Vincennes liefen. Ca. 10km führten uns durch den Bois de Vincennes. Nach verlassen des Parks ging es wieder zurück zur Seine, hier bis zum Hotel de Ville und von dort aus die letzten zwei Kilometer zurück zum Ziel am Place de la Bastille. Der Kurs verlief ausschließlich auf breiten und geteerten Straßen, was das Laufen relativ einfach machte.

Mein Lauf

Wie schon erwähnt, fand ich gleich zu Beginn des Pariser Halbmarathons in einen guten Rhythmus. Die ersten fünf Kilometer entlang der Seine und dann in den Bois de Vincennes vergingen zügig. Die Strecke war immer wieder gut von Zuschauern besucht und es gab auch verschiedene Bands, die am Streckenrand für Stimmung sorgten. Diese Stimmung setzte sich auch im Park fort. Das Highlight hier war das Chateau de Vincennes, welches wir nach ca. 12 Kilometern passierten. Der Weg vom Park zurück zur Seine war ganz leicht abschüssig, sodass ich hier auch sehr gut vorankam. Als wir nach 17 Kilometern wieder an der Seine ankamen, war die Stimmung an der Strecke wieder super. Das war auch bitter notwendig, denn ca. einen Kilometer später passierten wir eine fiese Unterführung. Diese hatte das Potential, die Läufer mit ihrem kurzen aber knackigen Anstieg aus dem Rhythmus zu bringen. Nachdem ich diese harte Prüfung hinter mir gelassen hatte, ging es im gleichen Rhythmus weiter in Richtung Ziel.
Nach 1:19:24 passierte ich dann die Ziellinie.

Post Race

Nach Überqueren der Ziellinie wurden die Läufer gebeten, den Bereich frei zu machen. Es gab auch gleich Wasser und etwas später die wohlverdiente (und ansehnliche) Medaille. Anschließend führte der Weg durch die Zielversorgung, die allerdings zu wünschen übrig ließ. Neben Wasser und Bananen gab es noch eine billig wirkende Tasche, in der zwei Riegel und Kekse lagen. Hier wäre etwas mehr Vielfalt und Abwechslung (z.B. Cola, Iso, Weizen…) wünschenswert gewesen. Gleiches gilt übrigens auch für die lediglich drei Versorgungsstationen unterwegs, die kaum mehr als Wasser zu bieten hatten. Immerhin wurde das Wasser in kleinen Flaschen gereicht. Daran könnten sich einige Veranstalter ein Beispiel nehmen, denn damit fällt das Trinken unterwegs wesentlich leichter als aus Plastikbechern. Drei Stationen auf der Strecke waren für die Bedingungen an diesem Tag (die letzten Läufer starteten 11 Uhr, da hatte es gut über 25 Grad und pralle Sonne) aber eindeutig zu wenig.

Als ich die Versorgung passiert hatte, gab es noch eine frische Maske (die auch hier kaum einer nutzte) und ich bewegte mich zur Gepäckaufbewahrung. Meine Tasche war schnell gefunden, sodass ich mich umziehen und auf Daniel warten konnte. Er erreichte das Ziel dann kurze Zeit später und war auch bald an der Gepäckaufbewahrung, wo wir uns wieder trafen. Er fand die Veranstaltung grundsätzlich auch gut, teilt aber auch meine Einschätzung zum Thema Verpflegung unterwegs und im Ziel.

Fazit Pariser Halbmarathon

Der Pariser Halbmarathon ist ein relativ großes Halbmarathonevent mit einer tollen Strecke und guter Stimmung. Lediglich bei der Versorgung und der Gestaltung des Start-/Zielbereichs hat der Veranstalter noch erhebliches Verbesserungspotential. Alles in allem aber ein schöner Lauf, der Spaß gemacht hat. Geschuldet ist dies natürlich auch den tollen äußeren Bedingungen in diesem Jahr.

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