Der Ultratrail Fränkische Schweiz (UTFS) feiert Geburtstag – am 25. April 2026 fand bereits die fünfte Auflage statt. Für mich stand die dritte Teilnahme über die 33 Kilometer des Speedtrails auf dem Programm.
Tagesausflug in die Fränkische Schweiz
Am grundlegenden Ablauf hat sich nichts geändert, der Veranstalter schickte die Ultraläufer um 7:00 Uhr auf die 66 Kilometer lange Runde, später folgten Kidsrun und Youthtrail. Für mich und knapp 500 andere Teilnehmer erfolgte der Start um 12:00 Uhr. Die Startzeit sollte in Verbindung mit den fast sommerlichen Temperaturen zur Herausforderung werden.
Ich begann den Tag wie in den Vorjahren mit einem ausgiebigen Frühstück und reiste dann nach Ebermannstadt an. Begleitet hat mich in diesem Jahr Claudia, die als Support und Fotografin an der Strecke unterwegs war.
Auch 2026 nahmen einige meiner Vereinskollegen des Teams Wiesent-Challenge am Lauf teil, während der Rest des Teams als Helfer vor Ort tätig war. Entsprechend traf ich auf viele bekannte Gesichter und so verging die Zeit bis zur Startaufstellung wie im Flug…
Mein Speedtrail
Pünktlich um 12:00 Uhr ertönte der Startschuss und der erste flache Kilometer aus der Stadt heraus war schnell absolviert. Der folgende erste Anstieg hat es gleich in sich, doch aus der Erfahrung des Vorjahres habe ich gelernt, die Kraft hier richtig einzuteilen und so ließ ich das Führungstrio ziehen und konzentrierte mich auf meine Pace. Nach gut drei Kilometern zeigte die Karte auf meiner Uhr scharf nach links, ein Markierungsfähnchen zeigte jedoch geradeaus und Pfeile oder andere Farbmarkierungen fehlten. Nach kurzer Irritation und ein paar Extra-Metern in die falsche Richtung beschlossen ich und ein weiterer Teilnehmer, der bei mir lief, dem vom Veranstalter zur Verfügung gestellten GPX-Track zu vertrauen. Das sollte sich als richtig erweisen, weitere Markierungen folgten nämlich auf dem eingeschlagenen Weg.
Knapp einen Kilometer später verpassten wir erneut einen Abzweig, da die Markierung fehlte. Hier machte mich die Uhr erst gut zweihundert Meter später darauf aufmerksam. Erneut mussten wir wenden, um auf die Strecke zurückzukommen… Mein Begleiter lief hier ein deutlich höheres Tempo und so ließ ich ihn ziehen und war fortan komplett allein unterwegs.
Endlich laufen
Zweimal verlaufen ist nun wirklich genug und glücklicherweise war der Rest der Strecke gut markiert. Der Sicherheitsblick auf die Uhr erfolgte dennoch häufiger als sonst. Die Trails waren hier gut laufbar, bekanntermaßen ist die erste Hälfte auch die leichtere und so kam ich flüssig voran bis nach Muggendorf. Hier ist die Hälfte der Strecke geschafft. Im Tal wartete meine Begleiterin mit der Kamera und feuerte mich an.
Raus aus dem Dorf geht es über einige Treppenstufen gefolgt von einem langen Anstieg. Hier trafen wir auch in diesem Jahr auf die Teilnehmer der Langstrecken, die bereits 50 Kilometer in den Beinen hatten. Ich kam den Anstieg besser hoch als im Vorjahr und war bereit für die technischeren Passagen im Bereich der Oswaldhöhle, die mir immer etwas Zeit kosten.
Über einen Mix aus gut laufbaren Trails und Waldwegen führte der Weg schließlich weiter bis nach Streitberg, wo nach 26 Kilometern die zweite Verpflegungsstelle und ein echtes Stimmungsnest warteten. Ich passierte den Ort im Wissen, dass es nochmal hart werden und fiese Anstiege folgen würden. Insgesamt konnte ich die gut überwinden, war aber doch froh, als es den abschließenden Downhill nach Gasseldorf hinunterging. Von dort aus folgten zähe drei Kilometer flach über einen Radweg zurück nach Ebermannstadt.
Nach 2:55:05 und damit knapp 30 Sekunden schneller als im Vorjahr erreichte ich als fünftplatzierter das Ziel am Marktplatz.
Post Race
Ich war froh, dass unser Teamkapitän Dominik im Ziel erstmal ein kühles Maisel’s reichte, denn ich war echt platt. Als Belohnung für die Mühen gibt es bei der Veranstaltung traditionell einen Erinnerungsstein. Auch Claudia war von der Strecke zurückgekehrt und sorgte für tolle Bilder vom Zieleinlauf und danach.
Die Versorgung war wieder spitze, es gab ausreichend Auswahl an Getränken, die bei dem Wetter bitter nötig waren und Snacks. Insbesondere Kuchen und Wassermelone mag ich nach einem Lauf ja immer besonders gern.
Nachdem ich erfrischt war, machte ich mich auf den langen Weg zu den Duschen in der Stadthalle. Hier wären kürzere Wege (z.B. ein Duschcontainer auf dem Marktplatz) oder zumindest eine bessere Beschilderung auf dem Weg zur und in der Halle wünschenswert.
Anschließend kehrte ich zurück zum Markplatz, wo es immer voller wurde und eine sehr angenehme Stimmung herrschte. Das genossen wir noch etwas und warteten auch noch die Siegerehrung ab. Diese ging leider etwas im Treiben auf dem Marktplatz unter, sodass die Gesamtsieger nicht die verdiente Aufmerksamkeit erhielten. Das ist schade für die vielen starken Leistungen und könnte sicher besser inszeniert werden.
Fazit
Der UTFS war auch in seiner fünften Auflage ein gutes Event. Leider überschatteten Probleme mit der Markierung den Lauf, denn nicht nur ich, sondern auch anderer Teilnehmer auf dem Speedtrail und auch auf dem Ultratrail verliefen sich wegen fehlender oder falscher Markierung. Es wurde die Vermutung geäußert, dass die Markierungen nach den Kontrollläufern mutwillig verändert wurden. Die Hintergründe sind nicht bekannt. Ärgerlich ist das allemal, sowohl für den Veranstalter als auch für die Teilnehmer. Es ist daher unerlässlich, die zur Verfügung gestellten Streckendaten auf einem Gerät dabeizuhaben und sich daran zu orientieren.
Ansonsten war der UTFS auch 2026 ein schönes Event für Trailbegeisterte und für nächstes Jahr ist im Übrigen eine 100km Distanz angekündigt worden, die sicher ihren Reiz hat und bei mir im Kalender vorgemerkt ist.















