Die 43. Auflage des Vienna City Marathon lockte am dritten Aprilwochenende 2026 knapp 49.000 Laufbegeisterte in die österreichische Hauptstadt, die sich einer (oder mehreren) der angebotenen Distanzen stellen wollten. Auch für mich stand ein Doppelstart auf dem Programm.
Auf nach Wien
Meine Reise begann am Freitagmorgen mit dem Abenteuer Bahn. Erfahrungsgemäß ist ein pünktliches Ankommen damit ja immer ein Glücksspiel. Nachdem ich die erste Etappe nach Zürich erfolgreich hinter mich gebracht hatte, war ich zuversichtlich, dass auf der Direktverbindung nach Wien nicht viel schiefgehen kann, schließlich war die DB AG dann nicht mehr involviert. Erfreulicherweise kam es tatsächlich so und ich konnte am frühen Abend in meinem Hotel nahe des Augartens einchecken.
Entgegen meiner Gewohnheit begann der Samstag nicht mit einem Aktivierungslauf, sondern mit dem Besuch der Vienna Sports World. Hier erhielt ich ohne große Wartezeit die Startnummer für den Marathon und den 5km Lauf sowie die dazugehörigen Goodie-Bags. Einen Kleiderbeutel gab es nur, wenn man den Garderobenservice im Vorfeld für je 3 Euro gebucht hatte.
Nach kurzem Rundgang über die Messe kehrte ich zum Hotel zurück, um im Anschluss noch etwas Zeit zum Sightseeing bei bestem Wetter zu haben. Diesen Programmpunkt hielt ich allerdings etwas kürzer, denn am Abend stand noch der Vienna 5k auf meiner Agenda.
Raceday Nummer eins – Vienna 5k
Der Start des Vienna 5k befand sich nur wenige Meter vom Ziel vor dem Rathaus entfernt. Für mich war die Location zu Fuß einfach zu erreichen. Aufgrund der sonnigen und warmen Bedingungen verzichtete ich auf Wechselkleidung und war auch erst kurz vor dem Start vor Ort. Es blieb ein wenig Zeit zum Aufwärmen, bevor um 18:15 Uhr der Startschuss für die erste Welle fiel (der zweite Start erfolgte 18:30 Uhr). Die ersten Meter waren etwas chaotisch, da die Startaufstellung nicht reglementiert war. Nach etwa 200 Metern hatte ich mich aber so weit einsortiert, dass ein freies Laufen möglich war.
Die Strecke führte einmal um den Stadtring Wiens, die Straßen waren angenehm breit, doch gelegentlich forderten Straßenbahngleise erhöhte Aufmerksamkeit.
An der Strecke herrschte gute Stimmung und ich kam auch gut voran. Nach 16:52 Minuten erreichte ich das Ziel zwischen Rathaus und Burgtheater und war damit etwas schneller, als es für den Marathon am Folgetag vermutlich gutgetan hat. Spaß hat es trotzdem gemacht, von daher kann ich mit dem Lauf gut leben.
Im Ziel gab es die wohlverdiente (Holz)-medaille und ein Verpflegungspäckchen. Ich hielt mich trotz der tollen Stimmung nicht mehr lang auf, schließlich musste ich die Energiespeicher für den Folgetag füllen und die Beine noch etwas hochlegen.
Raceday Nummer zwei – Vienna City Marathon
Sonntagmorgen klingelte der Wecker bereits um 6:30 und der Tag begann mit einem leichten Frühstück. Die U-Bahn brachte mich dann zum Startbereich im Stadtteil Kaisermühlen. Dort angekommen nutzte ich diesmal den gebuchten Garderobenservice und gab Wechselkleidung ab, die vom Veranstalter zum Ziel transportiert wurde.
Bereits am Morgen war es sonnig und die Temperaturen angenehm, sodass die Wartezeit bis zum Start gut auszuhalten war. Das Areal war weitläufig, es gab ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten. Auf dem Weg zum Startblock traf ich noch ein paar Bekannten und nutzte die Zeit für einen Austausch. Dann ging es in die Startaufstellung.
Mein Vienna City Marathon
Untermalt von einem Walzer schickte der Veranstalter die Marathon- und Halbmarathonläufer ab 9:00 Uhr in mehreren Startwellen gemeinsam auf den Weg. Die ersten beiden Kilometer auf der Reichsbrücke sowie der folgende Abschnitt bis zur Hälfte der Prater Hauptallee waren breit und ließen von Beginn an einen guten Laufrhythmus zu.
Ich fand schnell meine Pace und genoss das perfekte Wetter und die Stimmung an der Strecke. Nach fünf Kilometern verließen wir auf halber Höhe die Prater Hauptallee und liefen entlang des Donaukanales in Richtung Stadtring. Als wir den erreichten, hatten wir bereits neun Kilometer absolviert und die Strecke führte vorbei am Stadtpark und Naschmarkt zum Schloss Schönbrunn. Von dort aus liefen wir vorbei am Westbahnhof über die Mariahilfer Straße zurück auf den Stadtring, wo sich nach 20 Kilometern die Halbmarathonläufer Richtung Ziel von uns trennten.
Als Marathoni erreichten wir die Halbmarathonmarke parallel zum Ziel hinter dem Rathaus. Füt mich lief es gut und ich passierte diesen Punkt bereits nach 1:21h, womit ich schneller als geplant unterwegs war. Die Strecke wurde nun wesentlich leerer und das Laufen teilweise etwas einsam. Was blieb war allerdings die gute Stimmung am Streckenrand. Der Weg führte uns wieder zum Donaukanal, an dessen Ufer wir Richtung Praterstern liefen. Ein zweites Mal ging es auf die Hauptallee, diesmal sollte sie aber bis zum „Lusthaus“ am Ende gelaufen werden. Insbesondere der letzte Kilometer zog sich hier und ich war froh, als ich endlich den Wendepunkt erreicht hatte. Den halben Weg mussten wir dann wieder zurück, bevor es erneut zum Donaukanal und von dort weiter zum Stadtring ging. Auch den Stadtpark passierten wir ein zweites Mal, hier waren dann schon 40 Kilometer absolviert und der Endspurt stand an. Getragen von der guten Stimmung folgte ich die letzten beiden Kilometer auf dem Stadtring bis zum stimmungsvollen Zieleinlauf vor dem Rathaus. Nach 2:41:27h überquerte ich die Ziellinie.
Post Race
Von freundlichen Helfern gab es zunächst die schicke Finishermedaille und wie am Vortag eine Verpflegungsbeutel. Weiter ging es zum Garderobenservice, wo ich meine Wechselkleidung in Empfang nahm. Die Anzahl der vorhandenen Duschmöglichkeiten war dem Ansturm nicht gewachsen, daher beschränkte ich mich darauf, trockene Sachen anzuziehen.
Anschließend verließ ich das Eventgeländer aber auch schon, schließlich wollte ich die Zeit nutzen, noch etwas von der Stadt zu sehen und mich mit Kaffee und Kuchen zu belohnen.
Fazit Vienna City Marathon
Die 43. Auflage des Vienna City Marathon war eine großartige Veranstaltung. Super Laufwetter am Samstag und Sonntag zusammen mit der ausgelassenen Stimmung an der Strecke und der guten und durchdachten Orga führten zu einem rundum gelungenen Wochenende.




