Am 22. März 2026 fand die 31. Auflage des Rom Marathons statt. Ein guter Grund für einen Kurzausflug in die ewige Stadt.
Auf nach Rom
Meine Reise begann am Freitagmorgen, sodass ich am frühen Nachmittag in der italienischen Hauptstadt ankam. Der erste Weg führte mich direkt zum Circo Massimo, wo ich mit meinen Begleitern für das Wochenende, Annett und Carsten, auf der Expo verabredet war. Die Startunterlagen für den Marathon waren schnell abgeholt, der Rundgang über die Messe mit den eng gestalteten Gängen gestaltete sich jedoch zur Geduldsprobe. Das wir das Prozedere für die Abholung der 5k Fun Run Unterlagen nochmal durchlaufen mussten, schien nicht besonders Teilnehmerfreundlich…
Nachdem das erledig war, bezogen wir unsere Unterkunft, die am Rande des Zentrums gut gelegen war. Als Belohnung gab es zum Tagesabschluss noch lokale Leckereien, um Kraft zu tanken.
Acea Water Fun Run 5k
Am Samstagmorgen fand zum Auftakt der Acea Water Fun Run 5k Lauf statt. Der Start befand sich, wie auch beim Marathon am Sonntag, am Colosseo und damit in einer tollen Kulisse. Das Wetter spielte auch noch mit und so erreichten wir das Gelände bei strahlendem Sonnenschein leicht mit der Metro.
Zusammen mit knapp 20.000 anderen Teilnehmern fanden wir uns gegen 8:30 Uhr an der Veranstaltungslocation ein. Der Lauf war insgesamt nicht als Wettkampf ausgelegt, so gab es weder Zeitmessung noch Wertung. Ein paar ambitionierte Teilnehmer waren dennoch am Start und auch ich wollte vor dem anstehenden Marathon am Sonntag nochmal einen Temporeiz setzen.
Die Moderatoren stimmten die Masse auf den Start ein (leider nur auf Italienisch, sodass wir das meiste nicht verstanden) und mit gut 15 Minuten Verzögerung durften wir uns dann auf den Weg machen. Die Strecke führte vorbei am Colosseo in einer Schleife zum Circo Massimo. Bereits wenige Meter nach dem Start hatte sich das Läuferfeld so weit entzerrt, dass ich frei laufen konnte. Mein Tempo war von Beginn an hoch und ich konnte es bis zum Ende konstant halten. So erreichte ich die Ziellinie bereits nach 16:22 Minuten.
Als Belohnung gab es eine (wirklich sehr) kleine Medaille und ebenso kleine Pizzaschnitten für die Teilnehmer. Die Sonne schien und die Temperaturen waren sehr angenehm, so beschloss ich, auf meine Begleiter zu warten. Auch sie erreichen das Ziel wohlbehalten und nachdem wir uns versorgt hatten, traten wir den Weg zur Unterkunft zu Fuß an.
Den Rest des Tages verbrachten wir noch mit einem Sightseeing-Spaziergang, bevor es am Abend unsere private „Pasta-Party“ in der Unterkunft gab.
Raceday…
Der Sonntag begann sehr früh, denn bereits 6:15 Uhr mussten wir das Haus verlassen, um zeitgerecht im Startbereich des Marathons zu sein. Der Veranstalter verlangt, dass die Kleiderbeutel bis 7:30 Uhr abgegeben sein müssen (die Sinnhaftigkeit dahinter entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso die Antwort auf die Frage, ob das streng gehandhabt wird). Da mein Start auf 8:10 Uhr terminiert war, konnte ich damit leben, mein Begleiter hätten sich jedoch gern noch etwas mehr Zeit genommen…
Die Anreise mit der Metro war schon eine Herausforderung, die Bahnen waren total überfüllt und ebenso wie die Haltestelle nicht für den Andrang ausgelegt. Im Startbereich war der LKW für meinen Kleiderbeutel schnell gefunden und nachdem ich abgelegt hatte, trennte ich mich von Annett und Carsten um mich in den Startblock zu begeben. Leider waren die Zugänge zu den Blöcken jedoch nicht besonders gut ausgeschildert und zu dem Zeitpunkt sogar noch verschlossen. So sammelten sich tausende von Läufern auf der Fläche vor den Zugängen und es gab keine offiziellen Informationen, wann es losgehen sollte.
Irgendwann war es dann doch soweit, dass die Läufer eingelassen wurden und der Weg führte zwischen historischen Stätten bis zum Startblock vor dem Colosseo. Leider hat es der Veranstalter versäumt, für ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten zu sorgen. Das führte dazu, dass unzählige Läufer ihre Notdurft am Absperrgitter der Startaufstellung verrichteten. Bei einem Starterfeld von gut 35.000 Teilnehmern sollte ein Ausrichter bei der 31. Auflage eines Laufes doch gelernt haben, den Bedarf angemessen zu kalkulieren.
Auch die Startaufstellung verdient Kritik. In einem Startblock, in dem Läufer mit Zielzeiten von 2:50h bis 3:25h sollten die Tempoläufer für Zielzeiten von 3:15, 3:30 und 3:45 sicher nicht ganz vorn aufgestellt sein. Ein chaotischer Start war damit vorprogrammiert.
Run Rome…
Um 8:10 Uhr erfolgte der Startschuss für die erste Welle. Wie erwartet, war das Gedränge groß und die Straßen zu schmal für das Läuferfeld. Ein rhythmischer Lauf war zunächst nicht möglich. Die unglückliche Startaufstellung der Tempoläufer führte zudem dazu, dass ich auf den ersten Kilometern immer wieder Menschentrauben überholen musste, um in dem Bereich der von mir angepeilten 3h Zielzeit zu kommen. Entsprechend zäh gestalteten sich die ersten zehn Kilometer, die zudem von einem Boxenstopp unterbrochen waren, da ich an einer der Verpflegungsstellen eine Entsorgungsstation nutzen musste…
Nach ca. 15 Kilometern hatte sich das Feld dann immerhin soweit sortiert, dass ein gleichmäßiges Laufen möglich war. Die Strecke führte vorbei an einigen der Wahrzeichen der Stadt, echte Stimmungsnester gab es zu Beginn jedoch kaum.
Zur Halbzeit war ich mit 1:29:15 auf Kurs, meine Zielzeit zu erreichen und strebte an, das Tempo weiterhin konstant zu halten. Enge Kurven und Kopfsteinpflasterpassagen waren zum Teil fordernd, aber insgesamt kam ich weiterhin gut voran.
Nach gut 36 Kilometern kamen wir endlich in einen Bereich, der von Zuschauern gefüllt war. Ab jetzt war die Stimmung einem Event dieser Größe auch angemessen und die Anfeuerungen pushten die Teilnehmer nochmal auf die letzten Kilometer. Auch bei mir lief es weiterhin nach Plan, ich konnte mein Tempo dezent anziehen und erreichte so nach 2:56:56 das Ziel am Circo Massimo.
Post Race
Nach Überqueren der Ziellinie gab es die wohlverdiente Finisher-Medaille. Es folgten Getränkestationen mit Wasser uns Iso-Getränken und wir erhielten einen Verpflegungsbeutel mit ein paar kleinen Snacks.
Da es leider kurz vor dem Ziel zu regnen begann und die Temperaturen auch nicht in meinem Wohlfühlbereich lagen, begab ich mich zügig zum LKW, an dem ich meinen Kleiderbeutel abgegeben hatte. Die trockenen und warmen Klamotten waren eine Wohltat, dennoch hielt ich mich nicht mehr lang auf und trat den Rückweg zur Unterkunft an. Jetzt war die Metro zumindest nicht mehr so überfüllt wie am Morgen und die Rückfahrt verlief angenehm.
Auch Annett und Carsten haben den Marathon gut überstanden und so stand einer Abschlusspizza in Rom nichts mehr im Wege.
Fazit
Der Rom Marathon erhebt den Anspruch, der größte Lauf Italiens zu sein. Doch manchmal wäre weniger doch mehr. Die Strecke ist für die Anzahl der Teilnehmer nicht ausgelegt und ein paar Tausend weniger Menschen würden dem Event gut tun. Schwächen in der Organisation (Anreise mit der Metro, Zugänge zum Startblock, Toilettensituation…) trüben den Gesamteindruck der Veranstaltung leider weiter.
Auf der positiven Seite stehen definitiv die historische Kulisse am Start und im Ziel sowie die Passage touristischer Highlights unterwegs. Auch die Stimmung auf den letzten sechs Kilometern und die Versorgung während und nach dem Lauf konnten sich sehen lassen. Was man vor der Teilinahme auf jeden Fall wissen muss, die zahlreichen Kopfsteinpflasterpassagen sind eine echte muskuläre Herausforderung und verlangen ständige Konzentration.
Insgesamt bleibt ein netter Sightseeing Lauf durch Italiens Hauptstadt, der jedoch etwas mehr Feinschliff in vielen Details verdient hätte.











