Nach der interessanten Erfahrung meiner ersten Weitwanderung beim Megamarsch München im Vorjahr stellte ich mich auch 2026 wieder der Herausforderung. Erneut galt es, in 24 Stunden 100 Kilometer von München nach Garmisch-Partenkirchen zu wandern.
Megamarsch München
Die Megamarsch Veranstaltungen erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit. So ist es nicht verwunderlich, dass 2026 25 Austragungsorte über Distanzen von 25, 50 oder 100 Kilometer im Programm stehen. Ich entschied mich für eine erneute Teilnahme in München, da insbesondere das letzte Viertel der Strecke landschaftlich besonders reizvoll war.
Auf nach München
Leider hat Markus in diesem Jahr gestreikt, daher trat ich meine Reise in die bayerische Landeshauptstadt allein und mit der Bahn an. Fahrten mit der DB AG gleichen leider immer einem Glücksspiel, doch in diesem Fall ging ausnahmsweise alles gut. Ich erreichte den Veranstaltungsort im Süden Münchens planmäßig am 16. Mai 2026 gegen 11:45 Uhr.
Auf der großen Wiese im Vollmarpark erhielt ich nach Vorweisen meines Tickets das Teilnehmerbändchen und den Start-Aufkleber für den Wanderpass. Da ich bereits um 12:00 Uhr starten sollte (die Startzeit kann beim Ticketkauf gewählt werden), blieb mir keine Zeit, das Gelände weiter zu erkunden. Also begab ich mich direkt zur Startaufstellung, wo ich mit Fredi verabredet war. Sie war die einzige aus unserem Viererteam des Vorjahres, die auch in diesem Jahr an den Start ging und wir wollten die Strecke gemeinsam in Angriff nehmen.
Neues Jahr – alte Probleme…
Mit der zweiten Welle der ersten Startgruppe begann unsere Wanderung um 12:05 Uhr. Die Strecke war zunächst die gleiche wie im Vorjahr und führte entlang der Isar gen Süden. Das erste Viertel der Tour verlief unspektakulär und nach 25 Kilometern (und dem ersten Regenschauer) erreichten wir den ersten Versorgungspunkt in Icking. Hier füllten wir die Speicher und Getränkebehälter auf, verweilten aber nicht besonders lang.
Der Weg führte uns nun weg von der Isar und hin zum Starnberger See. Dabei erwischte uns noch ein kurzer Graupelschauer, bevor sich die Sonne nochmal kurz zeigte. Als der See ins Blickfeld kam, konnten wir das nahende Unheil schon erahnen: der Himmel über dem See war schwarz und die Wolken zogen in unsere Richtung. So kam es, wie es kommen musste, ein heftiger Regen setzte ein und begleitete uns die nächsten beiden Stunden. Mein Regenponcho hielt zwar den Oberkörper trocken, doch vom Knie abwärts waren Hose und Schuhe nach kurzer Zeit komplett durchnässt. Da kamen Erinnerungen an 2025 auf, wo uns an ähnlicher Stelle ein Gewitter heimsuchte. Immerhin blieben wir von Blitz und Donner verschont.
Der zweite Versorgungspunkt befand sich in diesem Jahr nicht nach gut 40 Kilometern am See, sondern erst nach gut 50 Kilometern, als wir den See in Seeshaupt wieder verließen. Glücklicherweise hatte der Regen bis dahin aufgehört und wir konnten uns dort etwas regenerieren. Hier stellten wir aber fest, dass ein anderes Problem aus dem Vorjahr erneut auf uns zuzukommen schien: Die Kilometerangaben auf der Strecke wichen schon beachtlich von denen auf der Uhr ab. Das ließ bereits böses für den weiteren Lauf erahnen…
Nachdem die Speicher gefüllt und eine weitere Schicht Kleidung angelegt waren (für die Nacht waren Temperaturen von 2 Grad vorhergesagt) ging es im Schein der Stirnlampe weiter Richtung Süden.
Die nächsten Kilometer waren wenig aufregend, es blieb trocken, wurde aber kühler. In diesem Jahr gab es eine Streckenänderung, wodurch uns das lange Laufen auf einer Straße erspart blieb. Stattdessen folgte die Strecke einem Wanderweg durch Wälder und Felder, bis wir nach ca. 65 Kilometern die nächste Versorgungsstation erreichten. Diese befand sich, wie im Vorjahr, im Feuerwehrhaus bei Obersöchering und bot kurz die Möglichkeit, sich etwas aufzuwärmen. Ich nutzte die Gelegenheit, die nassen Socken gegen trockene zu tauschen.
Wir verließen die Station kurze Zeit später in die sternenklare Nacht in dem Wissen, dass wir bei Sonnenaufgang ein tolles Bergpanorama vor Augen haben werden.
Diese Erwartung erfüllte sich tatsächlich, bereits kurz nach Murnau sahen wir die ersten Bergumrisse, die sich immer deutlicher abzeichneten. Kurze Zeit später erreichten wir den letzten Versorgungspunkt in Ohlstadt. Offiziell waren hier 81 Kilometer absolviert, die Uhr zeigte bereits 86 an… Die Station war wesentlich schlechter bestückt als die letzten und Ravioli zum Frühstück schienen auch eine seltsame Wahl. Also stärkten wir uns nur kurz und machten uns dann auf den letzten Streckenabschnitt.
Hier verlief die Strecke wieder wie im Vorjahr, entlang der Loisach in Richtung Garmisch-Partenkirchen. An diesem Punkt kickte die Müdigkeit bei mir (und auch bei meiner Begleiterin) und wir mussten kämpfen, uns wach zu halten.
Wir konnten das Tief irgendwann überwinden, doch als meine Uhr in Oberau 100 Kilometer anzeigte und der Komoot-Track noch einen Rest von 10 Kilometern auswarf, war es schwer, die Motivation aufrechtzuerhalten…
So konnten wir die nächsten Kilometer nicht wirklich genießen, sondern liefen einfach Schritt für Schritt weiter, bis wir in Farchant waren. Hier bogen wir auf den wirklich schönen Philosophenweg, der uns zum Zielort führen sollte. Für mich war das ein Lichtblick, das Auf und Ab des Weges sorgte für Abwechslung und das Ziel war nun doch greifbar.
Nach 23:14h und 110 Kilometern erreichten wir dann endlich das Ziel im Olympiastadion Garmisch-Partenkirchen.
Post Hike Megamarsch München
Direkt hinter dem Zielbogen erhielten wir unsere Medaille und die Finisher-Urkunde. Das war dann aber auch schon alles, denn eine wirkliche Zielverpflegung wurde nicht geboten. Es bestand die Möglichkeit, ein alkoholfreies Ziel-Bier oder eine Cola zur erhalten. Ferner gab es noch ein paar Äpfel und Riegel, insgesamt wirkte das aber alles lieblos und als hätte der Veranstalter die Reste der Versorgungspunkte zusammengekratzt und dort ausgelegt. Da erwarte ich für ein Event dieser Größenordnung deutlich mehr.
Dusch- und Umkleidemöglichkeiten waren auch nicht vorhanden und so hielten wir uns nicht mehr lang auf. Ich begab mich zum Bahnhof, um die Rückreise anzutreten, Fredi wurde von ihrer Familie empfangen und abgeholt.
Fazit
Der Megamarsch München war auch 2026 vor allem eine mentale Herausforderung. Das wechselhafte Wetter und die viel zu lange Strecke schlauchten sehr, doch am Ende belohnte der letzte Streckenabschnitt mit tollen Bergpanorama und Sonne.
Die Versorgungsstationen waren qualitativ schlechter ausgestattet als im Vorjahr, doch immerhin waren die Helfer mit vollem Einsatz dabei und immer gut gelaunt und freundlich.
Ob ich in München nochmal starte, lasse ich offen. Das nächste Event dieser Art steht für mich im September an. Ich konnte Markus überreden, die 50 Kilometer in Freiburg in Angriff zu nehmen.




















