Mit neuem Veranstalter ging der Großglockner Ultra Trail in die 2026 Austragung. Dabei gab es neben den bewährten Ultra Distanzen auch den ca. 16 km langen Kaprun Scenic Trail (KST), zu dem ich mich zwei Wochen zuvor anmeldete.
Ein Wochenende in Kaprun…
Die Reise nach Kaprun stand schon länger im Kalender, denn Claudia war bereits seit vielen Monaten für den 84 km langen Osttirol Trail (OTT) angemeldet. Der Plan bestand ursprünglich darin, dass ich sie für dieses Rennen supporte. Während der Vorbereitung stellten wir fest, dass ein Support an der Strecke und an den Verpflegungsstellen nicht oder nur mit enormen Aufwand möglich wäre. Wir einigten uns daher darauf, dass sie allein zurechtkommen musste und wir uns lediglich bei Start und Ziel sehen.
Damit mir während der Wartezeit nicht langweilig wird, meldete ich mich also kurz vor der Reise für den KST an, für den noch Startplätze verfügbar waren.
Da ich Kaprun erst spät erreichte, war ich sehr dankbar, dass Claudia bereits am Nachmittag ankam und auf der Expo nicht nur ihre, sondern auch meine Startnummer abholen konnte. Dabei erhielt sie aber leider auch die schlechte Nachricht, dass die Tickets für den Shuttlebus zu ihrem Startort am Enzingerboden bereits vergriffen waren. Also blieb am Ende nur die Option, dass ich sie zum Start fahre…
Raceday
Die Nacht war kurz, denn um 3 Uhr war Abfahrt zu Claudias Start geplant. Die 30 Kilometer führten zum Ende über eine Bergstraße und nahmen gut 45 Minuten in Anspruch. Oben angekommen war bereits einiges los und der Moderator versuchte, die müden Teilnehmer aus dem warmen Aufenthaltsraum in die Startaufstellung zu locken. Letztendlich hatte er damit Erfolg und so machten sich um 4:30 Uhr ca. 160 Teilnehmer auf den schweren und alpinen Weg zurück nach Kaprun. Ich nahm die Abkürzung und knapp 45 Minuten später lag ich wieder im Bett, um noch etwas Energie für meinen Lauf aufzuladen.
Um 8:30 Uhr klingelte der Wecker erneut und diesmal war die Nacht endgültig vorbei. Nach einem leichten Frühstück machte ich mich auf den kurzen Fußweg zum Veranstaltungsgelände. Bei mir lagen Start und Ziel am gleichen Ort im Zentrum Kapruns.
Der Zugang zum Startkanal wurde mir nach kurzem Check der Pflichtausrüstung gestattet.
Mein Kaprun Scenic Trail
Pünktlich um 10:30 Uhr ging es für mich und ca. 300 weitere Teilnehmer los. Die Strecke verlief für ca. 2,5 km flach raus aus dem Ort und entlang der Kapruner Ache. Das Tempo war flott und das Feld zog sich schnell auseinander. Ich reihte mich an Rang drei ein, konnte das hohe Tempo der beiden Führenden allerdings nicht halten und ließ sie ziehen.
Es folgte ein kurzer Anstieg mit anschließendem Downhill, bevor es in einer Runde um den Klammsee ging. Hier lief es sich zäh, da der See ein beliebtes Ausflugsziel zu sein scheint und viele der Gäste vor Ort wenig Verständnis und Rücksicht für uns Läufer aufbrachten. Entsprechend ging es im Zick-Zack um die Fußgänger herum und ich war froh, als es dann endlich weg vom See und hinein in den großen Anstieg zum „Glocknerblick“ ging. Knapp 800 Höhenmeter waren auf gut vier Kilometern zu überwinden. Dabei variierte der Anstieg von laufbar bis sehr steil. In einem Mix aus Laufen und Wandern kam ich gut voran und konnte bis zum Gipfel etwas Zeit zum Zweitplatzierten gutmachen.
Im folgenden, fünf Kilometer langem Downhill lief er mir aber schnell davon und so war ich erneut allein unterwegs und versuchte, so gut es geht den Berg herunter zu kommen. Das gelang mir diesmal ganz gut, obwohl der Weg an der ein oder anderen Stelle seine Tücken hatte. Nach gut 14 Kilometern war ich zurück um Tal, wo mich der letzte Streckenabschnitt erneut entlang des Flusses zum Ziel führte. Das erreichte ich nach 1:32:20 als Drittplatzierter.
Post Race
Nach Überqueren der Ziellinie gab es eine (unspektakuläre) Finisher-Medaille und eine gut organisierte Zielversorgung. Ich beobachtete das Treiben noch ein wenig und feuerte ein paar Ziel-Einläufer an, bevor ich zurück zur Unterkunft ging.
Den Nachmittag verbrachte ich wieder am Veranstaltungsgelände. Die Messe bot einige spannende Produkte, gleichwohl interessante Deals ausblieben. Auch kamen nun vermehrt Teilnehmer der verschiedenen Distanzen ins Ziel und für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt.
Um 19:30 Uhr erfolgte die Siegerehrung für alle Distanzen des Tages (mit hochwertigen Sachpreisen) und da die Zeit fortschritt, sollte es nicht mehr allzu lang dauern, bis Claudia das Ziel erreichte. Ich versuchte, ihr im Live-Tracking zu folgen, doch die App lief nicht besonders zuverlässig. So wartete ich ein paar Hundert Meter vom Ziel entfernt, bis ich sie schließlich erkannte. Nach gut 18:18:28h erreichte sie das Ziel…
Fazit
Der GGUT bietet ein breites Spektrum an Distanzen, die aber allesamt recht anspruchsvoll sind. Mit den 16 km des KST werden auch Teilnehmer angesprochen, die es nicht besonders Alpin aber trotzdem hart mögen. Für alle anderen Strecken sollten alpine Vorkenntnisse vorhanden sein. Die Orga ist insgesamt gut, lediglich die Tatsache, dass die Tickets für den Shuttlebus ausgingen, trüben den Gesamteindruck.




