Mein vierter Superhalf führte mich Anfang Oktober nach Cardiff. Zusammen mit drei Mitstreitern des Team Wiesent-Challenge besuchte ich die walisische Hauptstadt für ein verlängertes Wochenende.
Visit Cardiff
Cardiff hat zwar einen eigenen Flughafen, doch sind die Verbindungen und Preise dorthin nicht besonders attraktiv. Also erfolgte die Anreise am Freitagnachmittag (2. Oktober 2026) mit dem Flugzeug zunächst nach Bristol. Von dort gibt es regelmäßige Zugverbindungen nach Wales, die uns in einer guten Stunde in die walisische Hauptstadt brachten.
In den Samstag startete ich wie vor den meisten Veranstaltungen mit einem Aktivierungslauf nach dem Frühstück. Anschließend besuchten wir die Messe, die sich unweit des Zielbereichs des Halbmarathons befand. In einem Park vor der „City Hall“ war ein kleines Messedorf aus Zelten aufgebaut. Da die Startunterlagen für Inselbewohner postalisch versandt wurden, hielt sich der Andrang trotz 29.000 gemeldeten Teilnehmern in Grenzen und wir waren sehr schnell durch.
Nach einem kurzen Rundgang über die Messe erkundeten wir noch die Innenstadt und die schick hergerichtete Bay-Area. Am späten Nachmittag ging es zurück zur Unterkunft, um die Beine hochzulegen und nochmal Kräfte für den Lauf zu sammeln.
Raceday
Für die Anreise zum Start setzten wir auf die städtische Buslinie, die laut Verkehrsunternehmen noch bis neun Uhr relativ uneingeschränkt fahren sollte. Beim Ticketerwerb stießen wir auf erste Hindernisse, denn keine unserer Karten wurde vom System akzeptiert. Gerade als wir den Bus verlassen wollten, um den Fußweg zur Veranstaltung anzutreten, rief uns ein Insasse zurück und bot uns an, die Tickets zu zahlen. Dieses freundliche Angebot nahmen wir dankend an und ersparten uns damit 45 Minuten Fußweg.
Am Eventgelände herrschte schon reges Treiben und am Zugang zur Gepäckaufbewahrung bildete sich eine lange Schlange. Da die Dauer dort nicht absehbar war, stellten wir uns zunächst dort an, um die Wechselkleidung loszuwerden. Trotz des Andrangs ging es flott voran und wir waren die Taschen binnen weniger Minuten los. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne noch hinter den Gebäuden versteckt und die Temperaturen kühl, daher hielt ich mich mit einer Rettungsdecke warm. Hier trennten sich dann die Wege des Teams, ich begab mich in Richtung Startblock für die letzten Vorbereitungen. Die Wege waren gut beschildert und so war ich trotz einiger Engstellen und des großen Andrangs schnell am Ziel. Dort wärmte ich mich noch kurz auf und wartete auf den Start.
Mein Cardiff Halbmarathon
Pünktlich um 10:00 Uhr ertönte der Startschuss und wenige Sekunden später überquerte auch ich die Startmatte. Die Straße war breit genug für das Feld in meinem Bereich und ich fand zügig einen guten Rhythmus. Der erste Kilometer war nach 3:35 Minuten vorbei und gleichwohl das deutlich schneller als meine Zielpace war, fühlte ich mich gut dabei. Ich beschloss, das Tempo so lang es geht und sich richtig anfühlt beizubehalten.
Der Kurs führte uns zunächst in den Süden der Stadt und hinaus in einen Vorort. Hier waren dann auch schon fünf Kilometer absolviert und ich kam weiter gut voran. Wir liefen um die Cardiff Bay und erreichten nach gut zehn Kilometern den Hafen der Stadt. Hier befand sich der zweite Verpflegungspunkt, an dem der Veranstalter auch Gels reichte. Dieser Energieschub kam mir gelegen, um Kraft für die zweite Rennhälfte zu tanken. Bei bester Stimmung passierten wir das Wales Millennium Center und setzten den Weg gen Norden fort.
Nach gut 14 Kilometern passierten wir den dritten Verpflegungspunkt, an dem ich mein zweites Gel zu mir nahm und hoffte, mit der Energie bis zum Ziel auszuhalten. Mein Tempo bewegte sich weiter in einem konstanten Bereich und ich kam gut voran. Den nördlichsten Punkt erreichten wir nach 18 Kilometern am Ende des Roath Parks, auf dessen westlicher Seite es zurück Richtung Zentrum und damit auch Ziel ging. Der Weg hatte hier eine leichte Steigung, die sich langsam in den Beinen bemerkbar machte. Zum Parkende ging es kurz bergab, bevor ein kurzer fieser Anstieg nach 19 Kilometern nochmal richtig weh tat.
Der Blick auf die Uhr verriet mir an der Stelle, dass ich auf Kurs zu einer Zeit von unter 1:15h lag. Also mobilisierte ich nochmal alle Kräfte für einen Endspurt und hoffte auf eine neue persönliche Bestzeit. Das gelang mir am Ende auch und ich erreichte das Ziel nach 1:14:09.
Post Race
Im Ziel war ich dann doch erstmal ziemlich platt. Die letzten beiden Kilometer waren hart, doch die Freude über meine Zielzeit überwog und ich erholte mich schnell.
Als Zielverpflegung gab es lediglich Wasser und einen Müsliriegel. Da wäre etwas mehr Auswahl wünschenswert. Dafür hat man sich bei der Gestaltung der Medaille und des inkludierten Finisher-Shirts allerdings Mühe gegeben und wirklich gute Produkte erstellt.
Ich verließ den Zielkanal Richtung Gepäckaufbewahrung und zog mir trockene Sachen an. Am Ausgang des Zielbereichs wartete ich zunächst auf meine Mitstreiter Charlotte und Dominik. Auch die beiden hatten ihren Lauf erfolgreich absolviert und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu Messe, wo ein Kaffeestand als Treffpunkt mit Lars, unseren vierten Mitstreiter vereinbart war.
Fazit
Für mich war der Cardiff Halbmarathon ein nahezu perfektes Rennen. Ich freue mich sehr über die neue Bestzeit, aber auch darüber hinaus war das Event wirklich gelungen. Die Organisation ließ von Messe bis Zieleinlauf kaum Wünsche übrig. Am Renntag herrschten perfekte äußerliche Bedingungen und die Stimmung an der wirklich gut laufbaren Strecke war über die gesamte Zeit sehr gut. Lediglich die Zielverpflegung dürfte ein Upgrade erhalten.










